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[Bearbeiten] Machen Sie sich einen Plan

Die Motive für den Wunsch einer eigenen Webpräsenz können sehr verschieden sein. Aus den Motiven folgern sehr verschiedene Anforderungen nach einem planvollen Vorgehen.

  • Herr Privatmann möchte auf einer personalisierten Site sich, seine Hobbies und ein paar bahnbrechende Entdeckungen im Umgang mit seinem Betriebssystem mitteilen. Er begreift seine Site als ein offenes Sammelsurium. Er möchte jedoch eine gute Strukturierung.
  • Der Junior-Nerd hat eine Idee für ein sinnvolles Tool für das Web. Er findet dieses Tool so genial, dass er eine Website nur diesem Tool schenken möchte. Er will es zum freien Download anbieten und gleichzeitig ein Forum zu diesem Tool betreiben.
  • Kunst-Fotograph Klickmann betreibt ein eigenes Fotostudio. Er möchte sowohl seine Kunst darstellen, als auch sein Fotostudio präsentieren. Er erhofft sich dadurch vor allem auch neue Kundschaft.
  • Familie Wohnlich möchten ihre Ferienwohnung im idyllischen Urlaubien vermieten. Sie möchten gerne diese Wohnung sowie die Umgebung und weitere touristische Attraktionen ihrer Region darstellen. Es ist wichtig, dass Buchungen online geschehen können.
  • Die Gruppe Inklusive möchte eine neue Programmiersprache dokumentieren. Alle Mitglieder dieser Gruppe sollen diese Site betreuen können. Die Site wird geprägt sein durch permanente Erweiterungen. Es soll sich eine Community um diese Site und die Sprache entwickeln.

Die obige Liste stellt verschiedene Motive für eine Website dar. Jedes dieser Beispiele erfordert verschiedene Pläne, Richtlinien und Erfordernisse. In zwei Fällen haben wir es mit einer Gruppe zu tun, was bedeutet, dass mehrere Personen in die aktive Planung einzubeziehen sind.

Dieser Artikel will Ihnen keine Ordnung aufzwingen, sondern Ihnen Punkte nahe legen, welche Sie in Ihrer Planung berücksichtigen sollten.

Ein Projekt verläuft in verschiedenen Phasen:

  1. Das Thema evaluieren und die Techniken sondieren
  2. Das Projekt realisieren, testen und freigeben
  3. Das Projekt veröffentlichen und betreiben

Dabei sind Aspekte der Publikation zeitlich bereits in die Planungsphase vorzuziehen. Zum Beispiel müssen Serverangebote und Domainnamen schon früh evaluiert werden.

[Bearbeiten] Terminplan

Ein Terminplan wird besonders dann wichtig, wenn Sie mit der Arbeit Geld verdienen wollen. Der Terminplan hilft Ihnen, den Aufwand einzuschätzen und Reserven einzuplanen. Ein Plan ist aber ebenso wichtig für Ihre Kunden. Er enthält nicht nur einen zeitlichen Rahmen, sondern auch eine ToDo-Liste, die den Kunden daran erinnert, dass Entscheidungen geordnet gefällt werden müssen.

[Bearbeiten] Gestaltungsplan

Ein gelungenes Projekt erkennt man nicht nur an seinen Inhalten, sondern ebenso an seinem Erscheinungsbild. Ein Plan besteht auch aus Gliederung der Inhalte, der Planung der Beziehung dieser Inhalte aufeinander sowie gestalterischer Guidelines. Ein gelungenes Projekt findet die ideale Form für seine zu vermittelnden Inhalte. Es ist deshalb wichtig, die Inhalte und deren Bedürfnisse zu analysieren, um daraus die erforderlichen Formen zu entwickeln.

Dies führt zu Arbeitszyklen, die aus Beispielen von Inhalten Prototypen der Gestaltung oder Datenrelation entwickeln.

[Bearbeiten] Das Projekt evaluieren

[Bearbeiten] Wie wichtig ist das Thema?

Haben Sie ein Thema im Kopf, so recherchieren Sie zunächst, wie präsent das Thema im Internet bereits ist. Das Internet ist ein extrem schwieriger Ort, um gegen Konkurrenz erfolgreich zu bestehen. Haben Sie irgendwelche Gewinnvorstellungen, so sollte Ihr Thema oder zumindest Ihre Präsentation des Themas andersartig sein und inhaltlich eine Alternative darstellen.

In vielen Situationen ist aber Konkurrenz unerheblich. Das gilt besonders dann, wenn Sie im Internet lediglich eine Visitenkarte Ihrer anderseitig bereits etablierten Tätigkeit darstellen wollen. Schon immer war auch der Bedarf nach einer privaten Plattform in der Öffentlichkeit riesig, um seine Gedanken der Welt mitzuteilen.

[Bearbeiten] Ist das Internet der richtige Ort?

Webtechnologien werden immer ausgefeilter. Dies lässt den Eindruck aufkommen, das Internet sei per se das richtige Medium. Gerade für private Homepages sollte man sich aber überlegen, welche Informationen man ins Internet stellen will. Wer sein teures Hobby frei zugänglich ins Internet stellt, gibt dadurch dem Finanzamt Einsicht. Wer über seine Krankheiten und Therapien schreibt, mag eine ehrenwerte Absicht verfolgen. Er liefert Daten, die potentielle Arbeitgeber mit Interesse wahrnehmen.

[Bearbeiten] Wen wollen Sie ansprechen?

Wen Sie erreichen, hängt maßgebend ab von folgenden Punkten:

  • Dem Thema, dessen Bedeutung und strukturierter Präsentation
  • Der Sprache, dem Wortschatz und der Rechtschreibung
  • Der technischen Umsetzung, der Einhaltung von Konventionen und der barrierefreien Präsentation
  • Dem Vertrauen anderer, die durch einen Link auf Ihre Seite für Ihr Thema werben

Sie können nicht für alle schreiben. Aber Sie können erreichen, dass Sie die optimale Menge derer erreichen, welche sich für das Thema interessieren.

Werden Sie sich bewusst, wen Sie mit Ihren Inhalten ansprechen wollen. Entwickeln Sie für sich eine Richtlinie im Umgang mit dem Publikum. Ihr Publikum ist zwar durch ein Interesse an einem Thema profiliert. Sie sollten aber keinerlei technische Ansprüche an Ihr Publikum stellen bezüglich deren PC-Umgebung oder technischen Affinität. Rechnen Sie mit Handicaps unter ihren Gästen. Gestalten Sie Ihr Projekt behindertengerecht und barrierefrei.

Wenn Sie etwas verkaufen möchten, reicht es nicht, Ihr Produkt in Hochglanz zu präsentieren und in höchsten Tönen zu preisen. Sie müssen den Artikel auch verkaufen, das heißt, letztlich bis zu einer verbindlichen Kaufhandlung fortschreiten. Ihre Kundschaft soll jeden Schritt in der Abfolge mit Leichtigkeit absolvieren können, ohne dass sie einen solchen Ablauf geübt hat. Schreiben und gestalten Sie benutzerfreundlich. Formulieren Sie einfache Sätze.

Ein Thema kann bestimmte Präsentationsformen (Bsp. Dissertation) oder ein spezifisches Vokabular (Bsp. wissenschaftliche Literatur) voraussetzen. In diesen Fällen haben Sie bereits eine definierte Zielgruppe vor sich, deren Erwartungen Sie erfüllen müssen. Wenn man sehr verschiedene Zielgruppen vor sich hat, so ist es besser, das Thema für diese Zielgruppen gesondert zu vermitteln. Populärwissenschaftliche Werke sind ein Beispiel dafür, wie Wissenschaft letztlich an Laien weitergegeben wird als scientific entertainment.

Suchen Sie einen Kreis von Testpersonen mit unterschiedlichen Kenntnissen und Handicaps, welchen Sie in der Realisierungsphase in Tests einbeziehen können.

Es ist nicht einfach, eine Kontrolle darüber zu erlangen, welches Zielpublikum man letztlich erreicht hat. Zugriffsstatistiken geben keinen Aufschluss darüber, was jemand letztlich aus Ihrer Präsentation verwertet hat. Externe Links auf Ihr Projekt können etwas Aufschluss geben. Wenn Sie jedoch Feedback wünschen und so mehr über Ihre Leser erfahren wollen, sollten Sie geeignete Möglichkeiten vorsehen:

  • Ein Blog mit Kommentarfunktion erlaubt Besuchern, Ihnen ein kurzes Feedback zukommen zu lassen. Eine Diskussion ist jedoch nicht möglich.
  • Ein Forum erlaubt die Diskussion Ihres Themas im öffentlichen Raum. Ein Forum kann sehr schnell ein Eigenleben entwickeln.
  • Ein Kontaktformular erlaubt das Zustellen von Feedbacks als E-Mail. Diese Mitteilungen sind dann aber öffentlich nicht sichtbar.

[Bearbeiten] Welche Normen müssen Sie erfüllen?

Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Sobald Sie Inhalte öffentlich präsentieren, gelten verschiedene Rechtsgrundlagen. Hierbei haben Sie zu beachten:

  • Sie sind als Betreiber verantwortlich für die Inhalte.
  • Manche Inhalte sind strafbar nach bestimmten Landesgesetzen oder erfordern eine Zugangskontrolle.
  • Außerhalb normaler Zitate brauchen Sie die Erlaubnis für die Verwendung von Fremdressourcen.

Die Form Ihres Themas kann eigene Regeln oder Konventionen erfordern. Dies gilt besonders für wissenschaftliche Präsentationen.

Im Webdesign gelten zudem eine Reihe von Normen.

  • Barrierefreiheit
  • Konventionen der Präsentation
  • Validität der angewendeten Techniken
  • Kompatibilität
  • Plattformunabhängigkeit
  • Vermeidung von unnötigem Datentransfer
  • Schutz sensibler Daten auf der Transportschicht durch HTTPS & TLS

[Bearbeiten] Welche Ressourcen stehen zur Verfügung?

Eine Webpräsenz gibt es nicht kostenlos. Zwar lassen sich die direkten Kosten sehr reduzieren, zumindest aber das Opfer an Zeit und Manpower gilt es wieder zu berücksichtigen.

Es ist sehr schwer möglich, innerhalb einer Woche eine kleine Webpräsenz zu erstellen, welche rundum befriedigt. Die Entwicklung zum ausgereiften Webentwickler dauert oft Jahre. Die Zeit zur Erstellung einer Webpräsenz lässt sich erst durch Erfahrung und die Verwendung bestehender bewährter Methoden und bereits angesammeltes Wissen reduzieren.

Wie lange die Erstellung dauert, ist abhängig davon, wieviel Zeit Sie bisher in den Erwerb von Technologie-Wissen gesteckt haben. Man sollte deshalb nur Technologien anwenden, deren Wissen bereits verankert ist, oder die für die Webpräsenz unverzichtbare Basistechnologien darstellen (HTML, CSS, grundlegendes Server-Client-Verständnis).

Eine Webpräsenz ist sehr oft eine Baustelle auf Lebenszeit. Entweder müssen Inhalte aktualisiert werden, oder die fortschreitende Webentwicklung weckt durch neue Möglichkeiten die Lust nach Veränderungen. Je nach Angebot erfordert eine Webpräsenz auch eine intensive Wartung (z.B. Forum).

Wenn Sie feststellen, dass Ihre Ressourcen Ihre Wünsche nicht erfüllen, überdenken Sie Ihr Projekt und teilen Sie es in verschiedene Teile auf.

  • Die unverzichtbare Basis, welche mit wenigen Technologien umgesetzt werden kann.
  • Die optionalen Erweiterungen, welche Sie zu einem späteren Zeitpunkt hinzufügen.

[Bearbeiten] Wer soll später das Projekt weiter betreuen?

Jedes Projekt stellt eine Verpflichtung dar auf permanente Betreuung.

  • Kontrolle der öffentlichen Daten auf dem Server
  • Aktualisierung der Daten (z.B. Mailadressen)
  • Änderung, Aktualisierung oder Ergänzung von Artikeln
  • Betreuung der durch die Website offerierten Interaktionsmöglichkeiten

Ein Knackpunkt der Webentwicklung ist die Frage, ob die späteren Betreuer einer Website diese Aufgabe übernehmen können. Entscheidend dazu sind:

  • Angemessene Instrumente (Ein CMS ist besser)
  • Dokumentation, Hilfe, Beispiele und Vorlagen

Behalten Sie immer im Hinterkopf, für welche Betreuer Sie eine Website entwickeln. Wenn Sie eine Software für einen Blog, ein CMS oder Forum evaluieren, beziehen Sie die Betreuer in die Evaluation mit ein.

Zwingen Sie sich in der Realisierungsphase zur fortlaufenden Dokumentation.

[Bearbeiten] eigene HTML-Seiten oder ein CMS?

Für eine Webpräsenz gibt es eine Reihe von Technologien mit verschiedener Wichtigkeit. Welche Technologie Sie anwenden können, ist von der Leistung Ihres Servers abhängig. Besonders kostenlose Webspace-Angebote reduzieren die Möglichkeiten oft auf reine clientseitige Sprachen. Auch wenn ein Webangebot vorläufig keiner serverseitigen Datenverarbeitung bedarf, ist es ärgerlich, wenn der Server den späteren Wunsch nach einem Formmailer nicht erfüllen kann, und deshalb ein Serverumzug notwendig ist. Mehr dazu unter Webprojekte publizieren.

An HTML und CSS kommen Sie nicht vorbei. Diese Technologien stellen heute die de facto Basis dar. Wenn Sie diese zwei Technologien nicht ausreichend beherrschen, sollten Sie zögern, weitere Technologien (JavaScript, serverseitige Sprachen wie Perl oder PHP) bereits anzuwenden.

Rudimentäre Kenntnis der Server-Client-Beziehung ist notwendig. Es ist auch ratsam, sich eine Testumgebung mit einem eigenen lokalen Webserver einzurichten, um die Entwicklungsumgebung streng von der (später öffentlichen) Produktionsumgebung trennen zu können. Apache ist der meist verbreitete Webserver, und seine Einrichtung gelingt auch einem Laien.

Statt sich mit weiteren Technologien zu beschäftigen, können Sie auch evaluieren, ob es bestehende Lösungen in Form eines CMS für Ihre Aufgabe gibt.

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