HTML/Entstehung und Entwicklung

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Dieser Artikel behandelt die Entstehung und Entwicklung von HTML. Unter Grundlagen finden Sie eine allgemeinere Geschichte des Internets. Auf der Seite HTML/Tutorials/Layoutkonzepte können Sie verfolgen, wie sich die Vorstellungen von Webdesign verändert haben.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] HTML als Auszeichnungssprache

HTML (HyperText Markup Language) wurde 1990 vom Web-Gründer Tim Berners-Lee als Auszeichnungssprache (Markup Language) entwickelt, die auf SGML basierte.

Standard-Hierarchie rund um XML
Standard-Hierarchie rund um XML

Eine solche Auszeichnungssprache hat die Aufgabe, die logischen Bestandteile eines textorientierten Dokuments zu beschreiben. Als Auszeichnungssprache bietet HTML daher die Möglichkeit an, typische Elemente eines textorientierten Dokuments, wie Überschriften, Textabsätze, Listen, Tabellen oder Grafikreferenzen, als solche auszuzeichnen.

Das Auszeichnungsschema von HTML geht von einer hierarchischen Gliederung aus. HTML zeichnet Inhalte von Dokumenten aus. Dokumente haben globale Eigenschaften wie zum Beispiel Kopfdaten. Der eigentliche Inhalt besteht aus Elementen, zum Beispiel einer Überschrift 1. Ordnung, Textabsätzen, Tabellen und Grafiken. Einige dieser Elemente haben wiederum Unterelemente. So enthält ein Textabsatz zum Beispiel eine als betont markierte Textstelle, eine Aufzählungsliste besteht aus einzelnen Listenpunkten, und eine Tabelle gliedert sich in einzelne Tabellenzellen.

Die meisten dieser Elemente haben einen fest definierbaren Erstreckungsraum. So geht eine Überschrift vom ersten bis zum letzten Zeichen, eine Aufzählungsliste vom ersten bis zum letzten Listenpunkt, oder eine Tabelle von der ersten bis zur letzten Zelle. Auszeichnungen markieren Anfang und Ende von Elementen. Um etwa eine Überschrift auszuzeichnen, lautet das Schema:

[Überschrift] Text der Überschrift [Ende Überschrift]

Bei einem Element, das wiederum Unterelemente besitzt, etwa einer Aufzählungsliste, lässt sich das gleiche Schema anwenden:

[Liste]
    [Listenpunkt] Text des Listenpunkts [Ende Listenpunkt]
    [Listenpunkt] Text des Listenpunkts [Ende Listenpunkt]
[Ende Liste]

In HTML werden die Auszeichnungsmarkierungen von spitzen Klammern umschlossen:

<…>

Schließende Zeichen erhalten zusätzlich ein Slash:

</…> 

Web-Browser, die HTML-Dateien am Bildschirm anzeigen, lösen die Auszeichnungsmarkierungen auf und stellen die Elemente dann in optisch gut erkennbarer Form am Bildschirm dar. Dabei ist die Bildschirmdarstellung aber nicht die einzige denkbare Ausgabeform. HTML kann beispielsweise genauso gut ausgedruckt oder mit Hilfe synthetisch erzeugter Stimmen auf Audio-Systemen ausgegeben werden.

In der ursprünglichen Version von HTML gab es 18 Elemente, von denen TITLE und die Textstrukturierungselemente (H1-H6, P, A, ADDRESS, UL,OL und LI, sowie DL,DT und DD) immer noch verwendet werden, während Elemente wie PLAINTEXT, ISINDEX und LISTING heute nicht mehr gültig, sondern als obsolet angesehen werden. [1] [2]

Siehe auch:

[Bearbeiten] HTML für Hypertext

Eine der wichtigsten Eigenschaften von HTML ist die Möglichkeit, Verweise zu definieren. Verweise ("Hyperlinks") können zu anderen Stellen im eigenen Projekt führen, aber auch zu beliebigen anderen Adressen im World Wide Web und sogar zu Internet-Adressen, die nicht Teil des Webs sind.[3]

Durch diese einfache Grundeigenschaft eröffnet HTML völlig neue Welten. Das Bewegen zwischen räumlich weit entfernten Rechnern wird bei modernen grafischen Web-Browsern auf einen Mausklick reduziert. In Ihren eigenen HTML-Dateien können Sie Verweise notieren und dadurch inhaltliche Verknüpfungen zwischen Ihren eigenen Inhalten und denen anderer Anbieter herstellen. Auf dieser Grundidee beruht letztlich das gesamte World Wide Web, und dieser Grundidee verdankt es seinen Namen.

Siehe auch:

[Bearbeiten] Netscape und der Internet-Boom

Schon früh versuchte man eine gemeinsame, verbindliche Spezifikation für HTML zu schreiben, wurde dabei aber von der schnellen technischen Entwicklung überholt. Noch während an einem HTML+ Standard gearbeitet wurde schuf das Team um Marc Andreessen mit den Mosaic- und späteren Netscape-Browsern Fakten. Mit ihren IMG-Element konnten Bilder inline in Webseiten integriert werden. Netscape führte zur besseren Seitengestaltung visuelle Elemente wie BASEFONT, FONT, CENTER und BLINK ein, Microsoft und stellte ihnen das MARQUEE-Element dagegen. Auch bei multimedialen Erweiterungen wurden Features einseitig implementiert und gehofft, dass die anderen schon nachziehen würden. Während HTML2 noch verabschiedet werden konnte, scheiterte HTML3 an der schnellen Entwicklung und wurde aufgegeben.

Mit HTML 3.2 wurde diesem Wildwuchs zumindest theoretisch ein Ende bereitet; Netscape verzichte auf BLINK, wenn Microsoft MARQUEE zurückziehen würde, aus EMBED, APP, APPLET, DYNSRC wurde das OBJECT-Element.[4]

Wichtigste Erkenntnis: HTML soll Dokumente strukturieren, nicht formatieren! Dafür setzte sich mit den Cascading Style Sheets (CSS) gegenüber angedachten Alternativen eine Erweiterung durch, die die Präsentation festlegen konnte[5].

Siehe auch:

[Bearbeiten] XHTML

Während HTML4.01 in drei Varianten

  • strict (in der obsolete Elemente verboten waren)
  • transitional (in der obsolete Elemente noch geduldet waren) und
  • frameset

definiert wurde, versuchte man parallel das SGML-basierte HTML 4.0 mit Hilfe von XML (Extensible Markup Language = erweiterbare Auszeichnungssprache) "nachzubauen". XHTML (Extensible HyperText Markup Language = erweiterbare Hypertext-Auszeichnungssprache) sollte durch eine strenge Auslegung der Auszeichnungsregeln absturzsicherer und kompatibel mit anderen Sprachen wie SVG, XSL, etc. werden. Da in XML Elemente kleingeschrieben werden, hat sich auch in HTML durchgesetzt Elemente immer in Kleinbuchstaben zu notieren.

Siehe auch:

[Bearbeiten] HTML5

Obwohl einer der Gründe für den Sieg des Internet Explorers über Netscape seine bessere Implementierung von CSS und der HTML-Standards war, stagnierte bei Microsoft die Weiterentwicklung von HTML, während das W3C an XHTML2 weiterarbeitete, ohne die Sprache um neue Features zu erweitern.

Allerdings begann Browserhersteller unter dem Label HTML5 multimediale Elemente wie audio, video und canvas unter Verzicht auf Plugins direkt in den Browser zu implementieren und im Rahmen der WHATWG an einem neuen Standard zu arbeiten. 2006 schwenkte das W3C um und beteiligte sich an der Festlegung des neuen Standards. HTML5 liegt seit Oktober 2014 auf den Seiten des W3-Konsortiums als empfohlener Standard vor:[6]

Nach der WHATWG soll HTML5 die letzte Version von HTML sein, zukünftige Änderungen würden in einem living standard ohne weitere Versionsnummern weiterentwickelt. Das W3C arbeitet aber schon an HTML5.1.

Siehe auch:


[Bearbeiten] CSS3

Seit 1998 wurde parallel zu einer neuen Version CSS2.1 auch an CSS3 gearbeitet. Während erstere 2011 als Empfehlung verabschiedet wurde, ist CSS3 immer noch in der Entwicklung begriffen.

Auch wenn teilweise der Begriff CSS4 erwähnt wird, soll es aber ähnlich wie bei HTML5 keine neuen monolithischen Versionen mehr geben. Künftig werden einzelne Module weiterentwickelt und zeitnah veröffentlicht. Dabei kommt es zu unterschiedlichen Versionsangaben. Während bei den CSS-Selektoren an der vierten Version gearbeitet wird (Selectors Level 4), gibt es für neue Entwicklungen wie grid-Layout (CSS Grid Layout Module Level 1) und Flexbox (CSS Flexible Box Layout Module Level 1) erst eine erste Version.

[Bearbeiten] HTML als Grundlage für Webanwendungen

HTML ist eine wichtige Grundlage zur Programmierung von Webanwendungen. Die Elemente, aus denen sich eine HTML-Seite zusammensetzt, stehen als Objekte für Programmiersprachen zur Verfügung. Damit ist es möglich, Anwendungen zu programmieren, die im Wesentlichen wie normale Desktop-Anwendungen funktionieren, die aber ohne Installation oder weitere Voraussetzungen allein im Browser ablaufen.

Siehe auch:


[Bearbeiten] Quellen

  1. World Wide Web Consortium: Tags used in HTML" November 3, 1992.(abgerufen am 25.03.2016)
  2. World Wide Web Consortium: "First mention of HTML Tags on the www-talk mailing list" October 29, 1991. (abgerufen 25.03.2016)
  3. adactio: <A> Artikel von Jeremy Keith zur Geschichte des Internets
  4. Raggett, Dave: Raggett on HTML 4 (1998)
  5. The Languages Which Almost Became CSS von Zack Bloom
  6. Peter Körner: HTML5 ist Webstandard – die wichtigsten Fakten am 29.10.2014
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