Grundlagen/Webprojekte/publizieren

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Bereits im letzten Kapitel gab es einige Tipps zum kostenlosen Hosting Ihrer Webseite.

Um Ihrer Webseite einen „Platz im Internet“ zu verschaffen, können Sie einen eigenen Server aufsetzen, was aber viel Wissen und besonders zeitlichen Aufwand bedarf, oder im Normalfall Webspace bei einem Webhosting-Service mieten.

Web-Hosting

Unter Hosting[1] versteht man das Zur-Verfügungstellen der Soft- und Hardware eines Webservers.

Neben dem dauerhaft laufendem Computer, der zu 100% verfügbar sein muss, zählt dazu die ebenfalls Webserver genannte Software, ein Email-Server und das wichtigste: Die Verbindung zum Internet!

Webserver sind über ihre IP-Adresse erreichbar. Während die meisten Computer bei jeder Neueinwahl eine andere IP-Adresse erhalten, bleibt diese bei Servern fest. Ihr wird eine Domain zugeordnet, unter der der Server und damit die Webseite bequem erreichbar ist.

Hauptartikel: Grundlagen/Wie funktioniert das Internet?

Provider (kurz für Internet Service Provider engl für Internetdienstanbieter), die Web-Hosting anbeiten, kümmern sich um dies alles, wobei es Unterschiede im Angebot und Komfort gibt.

Kostenloses Webhosting

Bei kostenlosen Anbietern erhalten Sie in der Regel mehrere Mega- bis Gigabyte Speicherplatz und oft auch die Möglichkeit PHP und eine Datenbank auszuführen, was für die meisten Privatprojekte durchaus ausreicht.

Kostenlose Web-Hoster

Es gibt jedoch auch Beschränkungen. Denn bei fast allen Anbietern von kostenlosem Webspace wird beim Aufruf der Web-Seiten automatisch Werbung eingeblendet. Die meisten Besucher der Seiten empfinden diese Werbung als lästig und halten sich kaum freiwillig länger auf solchen Seiten auf.

Transfergeschwindigkeit und -volumen sind häufig begrenzt. Auch weiterführende Zusatzleistungen wie Statistik, umfang- und aufschlussreiche Fehlermeldungen, die Möglichkeit geschützter Verzeichnisse, SSL-Zertifikate usw., sind in diesen Angeboten normalerweise nicht enthalten.

Ein weiteres potenzielles Problem ist die (Sub-)Domain, unter der Ihr Projekt erreichbar ist, weil diese dem Anbieter des Gratis-Webspaces gehört, und damit unter seiner und nicht – wie bei einer eigenen Domain – Ihrer Kontrolle steht. Wenn der Anbieter beispielsweise seinen Dienst einstellt, ist Ihr Projekt nicht mehr unter dieser Adresse erreichbar und Sie können dann auch keine Weiterleitung mehr auf ihre neue Seite anbieten.

Ernsthaft in Erwägung ziehen sollten Sie diese Möglichkeit nur für private Homepages ohne Anspruch, sowie für reine Spaß-Projekte.

Shared Webhosting

Im Rechenzentrum des Webhosters stehen keine Einzelcomputer, sondern große Maschinen, auf denen sämtliche Domains einen gemeinsamen Pool von Server-Ressourcen, wie Speicherplatz (Webspace), RAM oder CPU nutzen. So können Grundfunktionen kostengünstig zur Verfügung gestellt werden. Andererseits sind solche Angebote unflexibel im Bezug auf Software und Updates, die zentral für alle eingespielt werden und auf Sonderwünsche keine Rücksicht nehmen (können).

Shared Webhosting wird bereits für wenige Euro im Monat angeboten. Es ist für einfache bis umfangreichere, werbefreie Homepages mit eigener Domain-Adresse, also elektronische Visitenkarten und Firmenportraits, aber auch seriöse Fachpublikationen oder Feature-Seiten zu einem bestimmten Thema meistens ausreichend und gut geeignet.

Bei Angeboten dieser Art erhalten Sie neben dem Speicherplatz in der Regel auch Zusatzleistungen wie Statistiken über Besucher Ihrer Seiten, oder einen Service-Bereich, in dem Sie – meist web-basiert und ohne zusätzliche Kenntnisse – Ihre persönlichen Kenndaten ändern können, Verzeichnisse schützen können, Online-Hilfen erhalten usw.

Außerdem beinhalten diese Angebote in der Regel auch den Anspruch auf Support, wenn es mal technische Probleme gibt (Ihre HTML- und JavaScript-Probleme löst ein solcher Support allerdings nicht). Zusatzleistungen dieser Art haben Sie bei Online-Diensten und kostenlosen Webspace-Angeboten normalerweise nicht.

Virtual Dedicated und Dedicated Hosting

Diese Art des Webhosting teilt Server-Ressourcen in virtuelle Server auf, wobei die Ressourcen der Hardware dem jeweiligen User flexibel zugeordnet werden können. Der User hat vollen administrativen Zugriff auf einen eigenen Server. Selbstverantwortung für Sicherheit und Wartung eines eigenen dedizierten Servers wird dem User übertragen.

"Virtual" heißt diese Form deshalb, weil es bei solchen Web-Angeboten kein 1:1-Verhältnis zwischen der IP-Adresse des Rechners und dem Domain-Namen gibt, eben weil meistens mehrere Web-Angebote, alle mit eigenen Domain-Namen, auf dem gleichen Rechner liegen.

Beim Dedicated Server-Hosting erhalten Sie in der Regel auch den vollen Betriebssystem-Zugang zum Server-Rechner, können selbst Benutzer einrichten, neue Software installieren usw. Über Internet-Dienste wie SSH und einem passenden SSH-Client können Sie sich dann auf dem Rechner einloggen und dort arbeiten. Um sinnvoll auf einem Server-Rechner arbeiten zu können, sind tiefe Kenntnisse des dort eingesetzten Betriebssystems erforderlich. Wenn der Server-Rechner beispielsweise ein Linux-Betriebssystem hat, müssen Sie sich gut mit Linux auskennen, um die Möglichkeiten zu nutzen, die Ihnen ein eigener Server-Rechner bietet.

Server-Hosting ist für Web-Angebote erforderlich, die sehr umfangreich sind und/oder sehr hohe Besucherfrequenzen haben und/oder technisch nicht triviale Mittel einsetzen, für die beispielsweise spezielle Software auf dem Server erforderlich ist. Das können spezielle Server-Typen sein, etwa für Chats oder Multimedia, oder auch spezielle Datenbank-Software.

Da bei solchen Web-Projekten meistens mehrere Personen Zugang und Kompetenzen haben, muss vieles organisiert werden. So sollte es einen „Webmaster“ geben, also einen Betreuer, der den Server-Rechner, seine Software, seine gespeicherten Inhalte, Konfigurationen usw. kennt und beurteilen kann, ob und welche Hard- oder Software-Erweiterungen angesichts der Serverbelastung nötig sind. Konfigurationsdaten und Konzepte zur Datenstruktur usw. sollten ausreichend dokumentiert werden. Außerdem ist besondere Aufmerksamkeit auf die Sicherheit des Servers und der darauf gespeicherten Daten zu richten.

Beim Server-Hosting sollten Sie noch stärker als beim Virtual Hosting auf ordentlichen Support achten. Es gibt Provider, die zwar für einen guten Preis eigene Server-Rechner anbieten, aber nicht zur Stelle sind, wenn es brennt.

Hinweis:

Welches Webhosting-Modell ist für Sie nun das Beste?
Dies lässt sich nur mit mehr Informationen über Ihre Kenntnisse und Bedürfnisse beantworten und wäre eine gute Frage für unser SELF-Forum.

--Matthias Scharwies (Diskussion) 09:43, 11. Aug. 2021 (CEST)

Server-Housing mit eigener Domain

Beim Server-Housing stellen Sie selbst den Server-Rechner zur Verfügung, und der Provider stellt ihn lediglich „bei sich unter“. Der Grund ist, dass Sie selber normalerweise nicht über so leistungsstarke und teure Internet-Anbindungen sowie eine ausfallsichere Stromversorgung verfügen wie der Provider.

Der Vorteil beim Server-Housing ist gegenüber dem Server-Hosting, dass Sie die Hardware des Rechners völlig nach Ihren Wünschen zusammenstellen können. Ein Nachteil ist, dass der Provider normalerweise keinen Support für Probleme übernimmt, die nichts mit der Internet-Anbindung zu tun haben.

Der Domainname

Überlegungen zum geeigneten Domainnamen sollten bereits früh in der Planungsphase gemacht werden. Die eigene Domain sollte hierbei zur Webpräsenz passen.

Sie haben die Wahl zwischen einer eigenen Domain-Adresse oder durch Ihren Webspace-Provider häufig auch eine kostenlose Subdomain.

Bei den Domain-Namen der "Top-Level"-Typen

  • .de (deutsche Adressen),
  • .at (österreichische Adressen),
  • .ch (schweizer Adressen),
  • .com (kommerzielle Adressen),
  • .net (internetbezogene Adressen),
  • .info oder .org (Organisationen) brauchen Sie mittlerweile viel Phantasie, denn fast alle einfachen Namen und Wörter sind längst vergeben. Beliebt sind daher zusammengesetzte Namen mit Bindestrichen oder Zahlen geworden, wie beispielsweise heute-geh-ich-ins-kino.example oder b315p13l (für „beispiel“). Oder Sie weichen auf die neuen Top-Level-Typen wie .name, .photo oder .berlin aus.

Der Provider übernimmt in den meisten Fällen die Anmeldung Ihres Domain-Namens. Häufig bieten Provider auch die Möglichkeit an, Sub-Domains einzurichten. Wenn Sie beispielsweise eine Domain namens moecht-ich-gern.example haben, dann können Sie Sub-Domains wie das.moecht-ich-gern.example oder liebe.moecht-ich-gern.example einrichten lassen. Die entsprechenden Web-Seiten wären dann beispielsweise aufrufbar unter http://das.moecht-ich-gern.example/. Gerade bei Sub-Domain-Namen kann man mit etwas Phantasie mehrere attraktive, kurze und gut zu merkende Namensadressen haben.

Eine Länderspezifische TLD gibt bekannt, welchen Rechtsstandort Sie zur Hauptsache im Sinne haben. Eine TLD sagt nichts über die Sprache aus. Sie bewirkt jedoch eine unterschiedliche Priorität bei Suchdiensten, wodurch Sie mit einer .de Domain eher Besucher aus Deutschland haben.

Domainnamen mit Umlauten sind heute zwar technisch problemlos möglich, jedoch dürfen in Domainnamen keine Umlaute direkt notiert werden. Für die Notation von Umlauten und anderen Nicht-ASCII-Zeichen gibt es als standardisiertes Codierungsverfahren Punycode. Außerdem können Sie Nutzer verwirren, weil beispielsweise ue nicht mehr gleich ü ist, wie in der Frühzeit des Webs noch gehandhabt wurde – gegebenenfalls sollten Sie beide Varianten registrieren und dann auf die von Ihnen bevorzugte URL weiterleiten.

Meist werden Domains im Paket mit Web- und E-Mail-Hosting angeboten und von den Anbietern als eine untrennbare Einheit dargestellt, obwohl man eine Domain durch Änderungen im DNS auch auf einen anderen Webspace oder E-Mail-Server – auch die eines anderen Anbieters – zeigen lassen kann.

Hauptartikel: Grundlagen/Namensauflösung im Domain Name System

Offline publizieren

Sie können Ihr Projekt natürlich (auch) offline bereitstellen. Dazu bietet es sich an, alle statische Inhalte, als HTML-, CSS- und sonstige Dateien wie Bilder oder JavaScripte auf einem Datenträger wie einer CD oder einem USB-Stick bereitzustellen. Hier zahlt es sich aus, wenn sie in HTML und CSS relativ referenziert haben, da Sie in diesem Fall die Inhalte ohne weitere Anpassungen auf dem Medium speichern können.

Beachten Sie: Dies mag für Sammlungen von Fotos früher seine Berechtigung gehabt haben. Browser haben sich in den letzten Jahren angewöhnt nur „vertrauenswürdigen Quellen“ zu vertrauen und bevorzugen deshalb Quellen, die mittels HTTPS übertragen wurden und die, um XSS-Angriffe zu verhindern, von der gleichen Domain kommen müssen.
Im schlimmsten Fall werden Ihre Skripte deshalb nicht mehr lokal ausgeführt.


  1. Wikipedia: Hosting