File Transfer Protocol

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Das File Transfer Protocol (FTP) ist ein Internet-Dienst, der speziell dazu dient, sich auf einem bestimmten Server-Rechner im Internet einzuloggen und von dort Dateien auf den eigenen Rechner zu übertragen (Download) oder eigene Dateien vom eigenen Rechner (Client) an den Server-Rechner zu übertragen (Upload). Ferner bietet das FTP-Protokoll Befehle an, um auf dem entfernten Rechner Operationen durchzuführen wie Verzeichnisinhalte anzeigen, Verzeichnisse wechseln, Verzeichnisse anlegen, Dateien löschen oder Dateirechte zu setzen.

Das FTP wurde in der RFC 959 spezifiziert. Im OSI-Schichtenmodell wird das Protokoll in die Schicht 7 (Anwendung) eingeordnet.

Verbindungsarten

Beim Einloggen in einen FTP-Server gilt es, zwei Arten zu unterscheiden: es gibt „normales“ FTP und anonymes FTP.

Normales FTP

Beim normalen FTP haben Sie nur Zugriff auf den Server, wenn Sie beim Einloggen einen Usernamen und ein Passwort angeben. Mit diesen Zugangsdaten muss der FTP-Serververwalter Sie am Server als berechtigten Anwender eingetragen haben. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn Sie bei einem Webhoster per FTP ihre Website hochladen.

Anonymes FTP

Bei anonymem FTP handelt es sich um öffentlich zugängliche Bereiche auf Server-Rechnern. Dazu brauchen Sie keine Zugangsberechtigung. Wenn Ihre FTP-Software Sie dennoch nach Username und Passwort fragt, loggen Sie sich einfach mit dem Usernamen anonymous ein – als Passwort sollte jede beliebige Zeichenkombination funktionieren. Traditionell war es früher üblich, als Passwort die eigene E-Mail-Adresse einzugeben – da man aber nie genau weiß, ob diese Information nicht in falsche Hände gelangt und für das Versenden von Spam benutzt wird, ist diese Angabe mittlerweile unüblich geworden. Ein Beispiel hierfür ist

Es gibt etliche öffentliche FTP-Server im Internet, die umfangreiche Dateibestände zum Download anbieten. Dort finden Sie Software, Hilfetexte, Grafiksammlungen usw. Ein Beispiel hierfür ist der öffentliche FTP-Server der Leibniz Universität Hannover: ftp://ftp.uni-hannover.de
Oft gibt es Readme-Dateien, die den Inhalt des jeweiligen Verzeichnisses näher erläutern.

Verschlüsselung und Authentifizierung

Aus Sicherheitsgründen sollten heute nur noch verschlüsselte Varianten bzw. Nachfolger des originalen File Transfer Protocols verwendet werden, schließlich werden mit den Zugangsdaten des FTP-Accounts und ggf. enthaltenen anderen Zugangsdaten sensible Daten übertragen. Es gibt zwei verschlüsselte Varianten von FTP:

  • SSH / Secure File Transfer Protocol (SFTP): Sichere Authentifizierung und Verschlüsselung, basiert auf Secure Shell (SSH).
  • FTP über SSL (FTPS): Verschlüsselung basiert auf SSL / TLS; problematisch ist allerdings, dass hiermit die übertragenen Dateien – anders als die FTP-Zugangsdaten – nicht standardmäßig verschlüsselt übertragen werden.
Beachten Sie: Die Abkürzung SFTP ist zweideutig, sie kann auch für das unverschlüsselte und für eingebettete Systeme entworfene Simple File Transfer Protocol statt des sicheren SSH / Secure File Transfer Protocol stehen.

FTP-Software

Wenn Sie lediglich hin und wieder öffentlich zugängliche FTP-Server besuchen, um von dort Dateien herunterzuladen, können Sie das auch mit Ihrem Webbrowser tun, der die Dateilisten auf FTP-Servern als anklickbare Verweise anzeigt. Je nach Dateityp können Sie Dateien dann auf Ihrem Rechner abspeichern oder direkt im Browser-Fenster anzeigen.

Für anspruchsvollere Arbeiten, vor allem, wenn Sie die Dateien Ihres eigenen Web-Projekts verwalten wollen, brauchen Sie ein FTP-Programm. Solche Programme gibt es für alle Betriebssysteme, und einige Betriebssysteme haben bereits einen eingebauten FTP-Client.

Eine Auflistung einiger freier FTP-Programme mit grafischer Benutzeroberfläche:


Außerdem gibt es auch für Programme wie Browser und Entwicklungsumgebungen Erweiterungen, die FTP-Funktionalitäten nachrüsten, beispielsweise FireFTP für den Webbrowser Firefox.

Siehe auch

Weblinks