Sicher surfen – so schützt du deine Daten im Internet
Wenn du im Internet unterwegs bist, hinterlässt du ständig Spuren: welche Seiten du besuchst, wonach du suchst, sogar wie lange du auf einer Seite bleibst. Firmen sammeln diese Daten, um dir Werbung zu zeigen oder dein Verhalten zu analysieren. Man nennt solche Firmen manchmal „Datenkraken", weil sie mit ihren vielen Armen überall Informationen einsammeln.
Dieser Artikel beschreibt, welche Werkzeuge und Einstellungen du selbst wählen kannst, um deine Spuren deutlich kleiner zu machen.
Inhaltsverzeichnis
Welcher Browser ist gut?
Der Browser ist das Programm, mit dem du Webseiten öffnest – zum Beispiel Firefox, Chrome, Safari oder Edge. Bei SELFHTML ging es lange vor allem darum, welche neuen HTML- und CSS-Funktionen die verschiedenen Browser bereits unterstützten. Heute lohnt sich ein Blick auf eine andere Frage:
Wie gehen die Browser mit deinen Daten um und welche Schutzfunktionen bieten sie?
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Mozilla Firefox - ist ein guter Allrounder und bietet einen umfangreichen Schutz vor Aktivitätenverfolgung. In den Einstellungen kannst du den „verstärkten Schutz vor Aktivitätenverfolgung“ aktivieren.
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LibreWolf - Firefox mit deutlich strengeren Datenschutz-Standardeinstellungen; u. a. uBlock Origin und Anti-Fingerprinting[1]
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Brave - blockiert Werbung und Tracker bereits standardmäßig. Das kann nicht nur deine Privatsphäre schützen, sondern Webseiten auch schneller laden.[2]
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Helium - sehr neuer, privacy-first Browser; blockiert Werbung, Tracker und Third-Party-Cookies standardmäßig; noch vergleichsweise jung
Chrome und Edge sind weit verbreitet und funktionieren natürlich ebenfalls gut. Für den Datenschutz lohnt sich aber ein Blick in die Einstellungen und die dort angebotenen Schutzfunktionen.
Datenschutzfunktionen
Wichtig ist deshalb nicht nur, welchen Browser du verwendest, sondern auch, wie du ihn einstellst. Aktiviere den verfügbaren Schutz vor Tracking und überprüfe gelegentlich, welche Webseiten auf welche Daten und Funktionen zugreifen dürfen.
- Kann mein Browser Tracking blockieren?
- Kann ich Cookies und Website-Daten kontrollieren?
- Kann ich Kamera, Mikrofon und Standort begrenzen?
- Schützt er mich vor gefährlichen Webseiten und Downloads?
- Unterstützt er sichere Anmeldung mit Passwortmanager und Passkeys?
Wichtig ist deshalb nicht nur, welchen Browser du verwendest, sondern auch, wie du ihn einstellst.
Datenschutzeinstellungen
Ein Browser kann viele Daten schützen – aber manche Schutzfunktionen musst du erst einschalten oder anpassen. Die Bezeichnungen unterscheiden sich von Browser zu Browser, die wichtigsten Einstellungen findest du aber meist im Bereich Datenschutz und Sicherheit.
Achte besonders auf:
- Tracking-Schutz: Aktiviere den Schutz vor bekannten Trackern und beschränke Tracking über Webseiten hinweg.
- Cookies: Einschränkungen für Cookies von Drittanbietern können verhindern, dass du über verschiedene Webseiten hinweg verfolgt wirst.
- Berechtigungen: Prüfe, welche Webseiten deinen Standort, deine Kamera, dein Mikrofon oder Benachrichtigungen verwenden dürfen. Nicht mehr benötigte Berechtigungen kannst du wieder entziehen.
- Website-Daten: Lösche gespeicherte Cookies und andere Website-Daten, wenn du sie nicht mehr brauchst. Das kann allerdings dazu führen, dass du dich erneut anmelden musst.
- Suchmaschine: Prüfe, welche Suchmaschine dein Browser verwendet – und ob sie zu deinen Vorstellungen von Datenschutz passt.
- Passwortspeicher: Nutze entweder den integrierten Passwortmanager oder einen eigenen Passwortmanager und aktiviere, sofern vorhanden, Warnungen vor kompromittierten Passwörtern.
Schau gelegentlich nach: Browser ändern ihre Einstellungen und Funktionen. Was heute eine gute Einstellung ist, kann morgen schon anders heißen oder an einer anderen Stelle zu finden sein.
Welche Suchmaschine?
Google ist die bekannteste Suchmaschine. Wenn du dort angemeldet bist, können Suchanfragen und andere Aktivitäten mit deinem Google-Konto verknüpft und für personalisierte Ergebnisse und Empfehlungen genutzt werden.
Es gibt aber auch Suchmaschinen, die stärker auf Datenschutz setzen. Welche davon zu dir passt, kannst du selbst entscheiden.
Suchanfragen verraten viel über deine Interessen und Gewohnheiten. Eine datenschutzfreundliche Suchmaschine kann deshalb einen Unterschied machen – sie schützt dich aber nicht automatisch vor Tracking auf den Webseiten, die du anschließend besuchst.
Suchmaschine wechseln
Es gibt aber auch Suchmaschinen, die stärker auf Datenschutz setzen:
- DuckDuckGo – speichert keine persönlichen Suchprofile und zeigt trotzdem gute Ergebnisse.
- Ecosia – funktioniert ähnlich datensparsam und pflanzt mit den Werbeeinnahmen sogar Bäume.
Die Suchergebnisse stammen dabei unter anderem von Google oder Bing. - Startpage – zeigt Google-Ergebnisse an, ohne die Suchanfragen mit einem persönlichen Profil zu verknüpfen.
Ein Wechsel der Suchmaschine kann deshalb einen Unterschied machen: Suchanfragen verraten viel über deine Interessen und Gewohnheiten. Aber auch eine datenschutzfreundliche Suchmaschine schützt dich nicht automatisch vor Tracking auf den Webseiten, die du anschließend besuchst.
Und noch etwas hat sich verändert: Suchmaschinen zeigen heute immer häufiger KI-generierte Antworten statt einer einfachen Liste von Webseiten. Warum das praktisch sein kann – und warum es trotzdem sinnvoll ist, die ursprünglichen Quellen anzusehen – schauen wir uns später an.
KI statt Webseiten
Früher führte eine Suchanfrage meist zu einer Liste von Webseiten. Heute bekommst du bei vielen Suchmaschinen zusätzlich oder sogar an erster Stelle eine KI-generierte Antwort. Das ist bequem, verändert aber auch, wie du Informationen im Web findest und beurteilst.
Dabei solltest du darauf achten, welche Daten überhaupt an den KI-Dienst gelangen. Deine Suchanfrage wird an den jeweiligen Suchdienst übertragen. Bei KI-Funktionen, die direkt im Browser eingebaut sind, kann noch mehr hinzukommen: Je nach Funktion können beispielsweise die gerade geöffnete Webseite, ihre URL, andere Tabs oder weitere Informationen aus dem Browser als Kontext verwendet werden.
Deshalb lohnt sich ein Blick in die Einstellungen:
- KI-Funktionen deaktivieren, wenn du sie nicht benötigst.
- Zugriff auf Browserinhalte einschränken, wenn der Browser dafür eine eigene Einstellung anbietet.
- Keine vertraulichen Informationen in KI-Funktionen eingeben, die du nicht an den jeweiligen Anbieter weitergeben möchtest.
Auch Firefox bietet inzwischen eigene KI-Steuerelemente, mit denen sich optionale generative KI-Funktionen blockieren lassen.
Eine KI-Antwort ist außerdem nicht automatisch richtig. KI-Systeme können halluzinieren: Sie formulieren eine überzeugend klingende Antwort, obwohl einzelne Angaben falsch sind. Dabei können sogar Quellen oder Links erfunden werden, die auf den ersten Blick echt wirken.[3]
Deshalb gilt besonders bei wichtigen Informationen: Verlasse dich nicht nur auf die KI-Antwort, sondern prüfe die angegebenen Quellen selbst. Eine Webseite, die du direkt aufrufen und überprüfen kannst, ist dabei oft aussagekräftiger als eine von der KI zusammengefasste Antwort.
Was bringt der private Modus?
Fast jeder Browser hat einen privaten Modus (bei Firefox „privates Fenster", bei Chrome „Inkognito-Modus“). Viele denken, damit seien sie im Internet unsichtbar. Das stimmt nicht.
Der private Modus sorgt vor allem dafür, dass der Browser auf deinem Gerät bestimmte Spuren nach der Sitzung nicht dauerhaft speichert. Dazu gehören insbesondere der Verlauf sowie Cookies und andere Website-Daten, die während der Sitzung angelegt wurden.
Für andere Nutzerinnen und Nutzer desselben Geräts kann das praktisch sein: Du kannst zum Beispiel nach einem Überraschungsgeschenk suchen, ohne dass die besuchten Seiten später im normalen Browserverlauf auftauchen.
Was der private Modus nicht tut: Er macht dich nicht anonym. Die Webseite, die du besuchst, kann deine Anfrage weiterhin sehen. Auch dein Netzwerkbetreiber oder eine Schule bzw. ein Arbeitgeber kann den Internetverkehr unter Umständen weiterhin beobachten. Tracking und Fingerprinting werden dadurch ebenfalls nicht automatisch verhindert.
Der private Modus schützt also vor allem die Privatsphäre auf deinem eigenen Gerät – nicht vor dem Internet.
Was ist ein VPN und brauche ich eins?
Ein VPN (Virtual Private Network) leitet deine Internetverbindung über einen zusätzlichen Server um. Dadurch sieht die Webseite, die du besuchst, nicht deine echte Position, sondern die des VPN-Servers. Außerdem wird deine Verbindung verschlüsselt, was besonders in öffentlichen WLANs (zum Beispiel im Café oder am Bahnhof) sinnvoll ist, damit niemand mitlesen kann.
Ein VPN ist aber kein Zauberumhang, der dich unsichtbar macht. Du verschiebst dein Vertrauen nur von deinem Internetanbieter zur VPN-Firma – die sieht jetzt, was du tust. Deshalb sind kostenlose VPNs mit Vorsicht zu genießen: Manche verdienen ihr Geld gerade damit, deine Daten weiterzuverkaufen, was das Gegenteil von dem ist, was du eigentlich willst. Für den normalen Schulalltag brauchst du meistens kein VPN. Sinnvoll wird es vor allem in öffentlichen WLANs oder wenn deine Eltern das gemeinsam mit dir eingerichtet haben.
Was kannst du selbst tun?
- Nutze einen privatsphäre-freundlichen Browser wie Firefox oder Brave und aktiviere den Tracking-Schutz.
- Probiere DuckDuckGo oder Ecosia als Suchmaschine aus.
- Nutze den privaten Modus für kurze, unauffällige Suchen – verlass dich aber nicht darauf, dass er dich komplett schützt.
- Ein VPN ist vor allem in öffentlichen WLANs nützlich, aber wähle nur seriöse Anbieter, am besten gemeinsam mit einem Erwachsenen ausgesucht.
- Das Wichtigste bleibt gesunder Menschenverstand: Gib nicht mehr persönliche Daten preis, als nötig ist – egal welchen Browser oder welche Suchmaschine du benutzt.
Sicher zu surfen heißt nicht, dass du dich verstecken musst. Es heißt einfach, bewusst zu entscheiden, wem du deine Daten anvertraust.