Cookies, Tracking und Fingerprinting
Kennst du das? Du öffnest eine Webseite und sofort erscheint ein Popup: „Diese Seite verwendet Cookies. Akzeptieren?“
Die meisten klicken genervt auf „Alle akzeptieren“, nur damit das Fenster verschwindet. Viele denken deshalb: Datenschutz ist einfach dieses nervige Banner. Aber das stimmt nicht. Das Cookie-Banner ist nur die Spitze eines viel größeren Themas. Es geht vielmehr darum, welche Daten über dich gesammelt werden, wer sie bekommt, wofür sie verwendet werden – und was du selbst dagegen tun kannst.
Inhaltsverzeichnis
Was sind Cookies überhaupt?
Cookies sind zunächst einmal nur eine kleine Textinformation, die eine Webseite in deinem Browser speichern kann. Darin kann zum Beispiel eine zufällige Kennung stehen, mit der die Webseite deinen Browser bei einem späteren Besuch wiedererkennt. Ein Cookie kann sich aber auch eine Spracheinstellung, den Inhalt eines Warenkorbs oder eine Anmeldung merken. Andere Cookies verfolgen dich quer durchs Internet: Sie merken sich, welche Seiten du besuchst, wonach du suchst und was dich interessiert. Diese Informationen werden dann genutzt, um dir passende Werbung anzuzeigen.
Das Cookie-Banner fragt dich also eigentlich: „Darf ich dich beim Surfen beobachten?“ Nur steht das meistens nicht so klar da.
Das klingt zunächst harmlos. Interessant wird es, wenn solche Informationen mit anderen Daten kombiniert werden. Denn aus vielen einzelnen Spuren kann nach und nach ein ziemlich genaues Bild einer Person entstehen.
Und genau darum geht es beim Datenschutz:
Welche Informationen über dich entstehen, wer kann sie bekommen und was darf damit geschehen?
Was sind personenbezogene Daten?
Personenbezogene Daten sind Informationen, die sich auf eine bestimmte Person beziehen oder mit denen eine Person direkt oder indirekt erkannt werden kann.
Manche Daten verraten sofort, um wen es geht: Name, E-Mail-Adresse, Telefonnummer oder Anschrift. Andere sind weniger offensichtlich. Auch ein Foto, ein Benutzername, ein Standort oder eine IP-Adresse können personenbezogene Daten sein.
Eine einzelne Information muss dabei noch keine Person eindeutig identifizieren. Mehrere Angaben können sich aber ergänzen. Ein Benutzername wie Lena2009 sagt vielleicht wenig aus. Zusammen mit Schule, Wohnort und einem Foto lässt sich daraus möglicherweise eine bestimmte Person erkennen.
Personenbezogene Daten sind nicht nur Daten mit deinem Namen. Auch Informationen, durch die du direkt oder indirekt erkennbar wirst, gehören dazu.
Typische Beispiele:
- Identität: Name, Benutzername, Foto
- Kontakt: E-Mail-Adresse, Telefonnummer, Anschrift
- Standort: Geolocation, Wohnort
- Online-Nutzung: IP-Adresse, Cookie-Kennung, Gerätekennung
- Eigenschaften: Alter, Geburtsdatum, Interessen
- Verhalten: besuchte Webseiten, Suchanfragen, Käufe
Stell dir vor, du hast ein Tagebuch. Du entscheidest selbst, wem du es zeigen möchtest. Bei persönlichen Daten sollte es ähnlich sein: Du solltest wissen, welche Informationen über dich gesammelt werden und möglichst mitbestimmen können, wer sie bekommt und wofür sie verwendet werden.
Was bedeutet Tracking?
Aber was passiert mit den personenbezogenen Daten, wenn du im Internet unterwegs bist? Genau hier kommt Tracking ins Spiel.
Tracking bedeutet, dass Informationen über dein Verhalten im Internet gesammelt werden, um deine Aktivitäten wiederzuerkennen oder nachzuverfolgen.[1]
Dabei kann zum Beispiel erfasst werden, welche Webseiten du besuchst, welche Videos du ansiehst, wonach du suchst oder wie lange du dich mit bestimmten Inhalten beschäftigst. Besonders interessant wird Tracking, wenn solche Informationen über längere Zeit oder über verschiedene Webseiten und Dienste hinweg miteinander verbunden werden. So kann ein immer genaueres Profil deiner Interessen und Gewohnheiten entstehen.
Cookies und andere Wiedererkennungsmerkmale
Dafür gibt es verschiedene Techniken: Cookies sind eine Möglichkeit, aber nicht die einzige. Auch andere Kennungen, gespeicherte Einstellungen oder technische Informationen über dein Gerät können dazu dienen, dich bei einem späteren Besuch wiederzuerkennen.
Je mehr Informationen zusammenkommen, desto genauer kann das Bild werden, das andere von dir bekommen. Eine wichtige Frage ist deshalb nicht nur, welche Daten gesammelt werden, sondern auch, ob und wie du wiedererkannt werden kannst.
Fingerprinting
Auch ohne Cookie kann eine Webseite versuchen, deinen Browser oder dein Gerät wiederzuerkennen. Dazu werden verschiedene technische Eigenschaften miteinander kombiniert, etwa Browsertyp, Bildschirmgröße, Sprache, Zeitzone oder installierte Schriftarten.
Die einzelnen Merkmale sind meist nicht besonders geheim. Zusammen können sie aber einen „Fingerabdruck“ ergeben, der einen Browser von vielen anderen unterscheidet.
Fingerprinting funktioniert also anders als ein Cookie: Es wird keine Kennung auf deinem Gerät gespeichert – stattdessen wird aus vorhandenen Eigenschaften eine Kennung abgeleitet.
Was ist ein digitaler Fußabdruck?
Beim Surfen im Internet hinterlässt du Spuren – ähnlich wie jemand, der durch nassen Sand läuft. Jede einzelne Spur mag unbedeutend sein. Zusammengenommen können sie aber viel über dich verraten.
Du hinterlässt beispielsweise Spuren, wenn du Webseiten besuchst, Suchanfragen stellst, Videos ansiehst, Beiträge likest oder ein Foto hochlädst. Auch technische Informationen wie dein Gerät oder dein ungefährer Standort können dazugehören.
Der digitale Fußabdruck ist das große Bild all dieser Spuren, die du im Internet hinterlässt.
Manche Spuren hinterlässt du bewusst: Du schreibst einen Kommentar, stellst ein Foto online oder legst ein Benutzerkonto an. Andere entstehen nebenbei, ohne dass du viel davon bemerkst – etwa durch Cookies, Tracking oder technische Informationen deines Browsers.
Wichtig – auch wenn du „nichts zu verstecken hast“
Manche sagen: „Mir ist egal, wer meine Daten hat, ich habe ja nichts zu verstecken.“[2] Aber Datenschutz ist keine Frage von Geheimnissen.
Es geht darum, selbst mitbestimmen zu können, welche Informationen über dich gesammelt und wie sie verwendet werden. Daten können zum Beispiel dazu genutzt werden, Werbung gezielter auf dich abzustimmen oder Interessen und Verhaltensweisen vorherzusagen. Und was heute harmlos wirkt, kann in einem anderen Zusammenhang später plötzlich wichtig werden.
Was kannst du tun?
Datensparsamkeit – weniger ist mehr
Datensparsamkeit setzt genau hier an: Wenn möglichst wenige personenbezogene Daten gesammelt werden, können auch weniger Informationen über dich miteinander verknüpft werden.
Ein Beispiel aus dem Alltag: Du installierst eine App, die Bilder bearbeiten soll, und plötzlich möchte sie auf deinen Standort, deine Kontakte und dein Mikrofon zugreifen. Da darfst du ruhig fragen: Warum braucht eine Foto-App meine Kontaktliste?
Datensparsamkeit bedeutet: Gib nur so viele Daten preis, wie für den jeweiligen Zweck wirklich nötig sind. Muss bei einer Gewinnspielanmeldung wirklich deine Telefonnummer angegeben werden? Reicht vielleicht eine E-Mail-Adresse? Muss dein echter Name in einem Spiel oder Chat sichtbar sein, oder genügt ein Spitzname?
Je weniger Puzzleteile du verteilst, desto schwerer wird es, daraus ein vollständiges Bild von dir zusammenzusetzen.
Dabei helfen einfache Gewohnheiten:
- Weniger preisgeben: Überlege, welche Angaben eine App oder Webseite wirklich braucht.
- Berechtigungen prüfen: Muss eine Taschenlampen-App wirklich deinen Standort kennen? Muss ein Spiel auf deine Kontakte zugreifen?
- Tracking einschränken: Wenn möglich, Tracking ablehnen oder in den Einstellungen begrenzen.
- Datenschutzfunktionen nutzen: Moderne Browser bieten verschiedene Möglichkeiten, Cookies, Tracking und andere Datensammlungen einzuschränken.
- Konten nicht unnötig verknüpfen: Nicht jede App muss mit deinem Google-, Apple- oder Social-Media-Konto verbunden sein.
- Vor dem Veröffentlichen nachdenken: Einmal veröffentlichte Informationen können kopiert, gespeichert und weitergegeben werden.
Auch bei Cookie-Bannern lohnt sich ein genauer Blick: Klicke nicht automatisch auf „Alle akzeptieren“, sondern nutze „Einstellungen“ oder „Ablehnen“, wenn du die Auswahl hast.
Das Grundprinzip ist einfach:
Gib nur so viele Daten preis, wie für den jeweiligen Zweck wirklich nötig sind.
Datenschutz ist also kein lästiges Klein-Klein. Er hilft dir dabei, selbst zu bestimmen, wie viel von dir in der digitalen Welt sichtbar wird. Das Cookie-Banner ist dabei nur die kleine, sichtbare Ecke eines viel größeren Themas.
Tracking und Cookies kontrollieren
Cookies können sehr nützlich sein: Sie speichern beispielsweise eine Anmeldung, Spracheinstellungen oder einen Warenkorb. Andere Cookies werden dagegen für Tracking und Werbung eingesetzt. Deshalb lohnt es sich, die Cookie-Einstellungen des Browsers und einzelner Webseiten bewusst zu nutzen.[3][4]
- Google Chrome
Oben rechts gibt es eine Schaltfläche, die durch 3 Punkte dargestellt wird. Wähle den Menüpunkt Einstellungen und dann Datenschutz und Sicherheit.
Alternativ gib chrome://settings/content/all in die Adress-Leiste ein.
- Mozilla Firefox
Oben rechts gibt es eine Schaltfläche, die durch 3 horizontale Linien dargestellt wird. Wähle den Menüpunkt Einstellungen und dann Datenschutz & Sicherheit.
Oder tippe about:preferences#privacy in die Adress-Leiste ein.
Firefox bietet Enhanced Tracking Protection (ETP). Es …
- blockiert standardmäßig bekannte Tracker, die dich im Netz verfolgen, um Informationen über dein Surfverhalten und deine Interessen zu sammeln, ohne dabei die Funktion der Website zu beeinträchtigen — außerdem Schutz vor schädlichen Skripten wie Malware, die den Akku leert. Konkret werden im Standard-Modus Social-Media-Tracker, Cross-Site-Tracking-Cookies (mit zusätzlicher Isolierung verbleibender Cookies), Fingerprinting-Skripte und Krypto-Miner blockiert. Zusätzlich ist Total Cookie Protection standardmäßig aktiv, was jeden Cookie auf die Website beschränkt, auf der er erstellt wurde, und verhindert, dass Cookies dich über verschiedene Seiten hinweg verfolgen — das ist die eigentlich starke Funktion, nicht das reine "Tracker blockieren".
Die Lücke im Standard-Modus: Tracking-Inhalte, die in Anzeigen, Videos und anderen Seiteninhalten versteckt sind, werden im Standard-Modus nur in privaten Fenstern blockiert — im normalen Fenster laufen sie also mit. Wer das schließen will, muss aktiv auf Strict (Schild-Symbol links neben der Adressleiste → Schutzeinstellungen) umstellen.
- Im Strict-Modus kommt zusätzlich Bounce Tracking Protection dazu, die verhindert, dass Redirect-Tracker beim Navigieren zwischen Websites Daten sammeln, indem sie dich über Zwischen-URLs umleiten.
Fazit: Für echte Anonymität reicht ETP allein aber nicht; dafür bräuchtest du zusätzlich eine private Suchmaschine, bewussten Umgang mit Logins und ggf. ein VPN in öffentlichen Netzen.
- Desktop Safari auf macOS
Klicke oben links in der Menüleiste auf „Safari“ und dann auf „Einstellungen…“ (oder Tastenkürzel Cmd + ,).
Klicke auf den Tab „Datenschutz“.
Vorhandene Daten sichten und löschen:
Klicke auf „Websitedaten verwalten“.
Entweder einzelne Domain anklicken und Taste „Entfernen“
oder Taste „Alle entfernen“ anklicken.
- Mobiler Safari auf iOS
App „Einstellungen“ starten.
Ganz unten auf „Apps“.
In alphabetischer Liste auf „Safari“.
Zuunterst „Erweitert“ antippen.
Vorhandene Daten sichten und löschen:
Tippe auf „Website-Daten“.
Entweder einzelne Domain nach links streichen und „Löschen“
oder zuunterst rotes „Alle Website-Daten entfernen“ antippen.
Siehe auch
- Cookies
Übersichtsseite mit Erklärung und vielen Links
Weblinks
- ↑ Nutzerverfolgung (Tracking) (de.wikipedia.org)
- ↑ Nichts zu verbergen? Ein moderner Mythos und 12 Argumente dagegen (kuketz.blog.de) IT-Security
- ↑ Cookies kontrollieren und verwalten: so geht's Verbraucherzentrale.de
- ↑ Cookies und Fingerprints verhindern (bsi.bund.de)