Datenbank/SQL-Grundlagen

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Informationen zu diesem Text

Lesedauer
30 min
Schwierigkeitsgrad
Anfänger
Vorausgesetztes Wissen

Dieses Kapitel ist eine kurze Einführung in die Syntax von SQL (Structured Query Language) zur Bearbeitung von relationalen Datenbanken. Es ist an kein konkretes Datenbankmanagementsystem gebunden. Die meisten Abfragen funktionieren in allen Datenbankmanagementsystemem gleich oder zumindest ähnlich. Erst bei den unterstützten Datentypen (SQLite kennt beispielsweise nur vier, was für die meisten Anwendungsfälle ausreicht, MySQL hingegen Dutzende) und eingebauten Funktionen wie Volltextsuche oder Datumsformatierung wird es dann meist speziell. Dort sollten Sie im Zweifelsfall das Handbuch des entsprechenden Systems konsultieren.

Schaffung einer Testumgebung[Bearbeiten]

Um die hier gezeigten Abfragen ausführen zu können, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  1. Falls Sie bereits das Paket XAMPP installiert haben, um einen lokalen Webserver auf ihrem PC zur Verfügung zu haben, verfügen Sie bereits mit dem zu MySQL kompatiblen MariaDB über ein funktionsfähiges Datenbanksystem und mit phpMyAdmin über ein grafisches Werkzeug zum Administrieren der Datenbank, in dem Sie auch direkt SQL-Befehle eingeben können.
  2. DB Browser for SQLite ist ein grafisches Werkzeug zum Bearbeiten von SQLite-Datenbanken und unter Windows, Linux und macOS lauffähig. Eine SQLite-Datenbank besteht aus einer einfachen Datei und eignet sich daher gut zum Experimentieren – Löschen und Sichern eines bestimmten Stands der Datenbank stellen kein Problem dar.
    Das „Lite“ im Namen von SQLite bezieht sich übrigens auf den geringen Ressourcenverbrauch und die einfache Administrierbarkeit, weniger auf den Funktionsumfang in Bezug auf das Verständnis von SQL.
  3. Wer es lieber direkt auf der Kommandozeile mag, kann das Kommandozeilenwerkzeug von SQLite verwenden.

Abfragen[Bearbeiten]

Die Bezeichnung SQL bezieht sich auf das englische Wort query (englisch für Abfrage). Mit Abfragen werden die in einer Datenbank gespeicherten Daten abgerufen oder verändert und dem Benutzer oder einer Anwendersoftware zur Verfügung gestellt.

Das Ergebnis einer Abfrage sieht wiederum aus wie eine Tabelle und kann oft auch wie eine Tabelle angezeigt, bearbeitet und weiterverwendet werden.

Die grundlegenden Befehle und Begriffe werden anhand des folgenden Beispiels erklärt:

SQL-Beispiel

Dieses Bild zeigt ein so genanntes „Entity-Relationship“ Modell eines Datenbestandes. Entitäten sind die Dinge, die in der Datenbank gespeichert werden, und Relationen sind die Beziehungen zwischen den Entitäten. Jedes Rechteck steht für einen Entitätstyp, also Dinge, die sich gleichartig beschreiben lassen. Die Ovale daran sind die Attribute, die Eigenschaften, die ein Ding dieses Typs aufweist. Alle Entitäten eines Entitätstyps werden durch den gleichen Satz an Attributen beschrieben: Jeder Student hat eine Matrikelnummer und einen Namen, jede Vorlesung eine Vorlesungsnummer und einen Titel, jeder Professor eine Personalnummer und einen Namen. Zwischen den Entitäten bestehen Beziehungen. Auch hier gibt es verschiedene Typen. Ein Professor hält eine oder mehrere Vorlesungen, jede Vorlesung wird aber von genau einem Professor gehalten. Es ist eine eins-zu-N Beziehung. Zwischen Student und Vorlesung besteht eine m:n Beziehung: Ein Student hört mehrere Vorlesungen, und jede Vorlesung wird von mehreren Studenten gehört.

Relationen:
Student
MatrNr Name
26120 Fichte
25403 Jonas
27103 Fauler
hört
MatrNr VorlNr
25403 5001
26120 5001
26120 5045
Vorlesung
VorlNr Titel PersNr
5001 ET 15
5022 IT 12
5045 DB 12
Professor
PersNr Name
12 Wirth
15 Tesla
20 Urlauber

Entitäten und ihre Attribute lassen sich 1:1 auf Zeilen und Spalten von Tabellen abbilden. Jeder Entitätstyp wird in einer eigenen Tabelle gespeichert. Die Entitäten sind Zeilen dieser Tabelle, und jedes Attribut bekommt eine eigene Spalte.

Das Beispiel zeigt je eine Tabelle für Professoren, für Vorlesungen und für Studenten. Eine 1:N Beziehung lässt sich so abbilden, dass man in den Entitäten der N-Seite einen Schlüssel speichert, der zur Entität der 1-Seite gehört. Die Vorlesung-Tabelle enthält deshalb pro Zeile die PersNr des Professors, der diese Vorlesung hält. Bei einer M:N Beziehung ist es schwieriger. Relationale Datenbanken können in einer Zeile keine Listen von Werten speichern. Darum wird die Beziehung über eine Beziehungstabelle hergestellt, die für jede Paarung die Schlüsselwerte der beiden Entitäten enthält. Oft ist es auch so, dass die Beziehungstabelle noch weitere Attribute enthält, die die Beziehung näher beschreiben. Es könnte beispielsweise die Personalnummer des Tutors sein, der einen Studenten bei einer bestimmten Vorlesung betreut.

Einfache Abfrage mit SELECT und FROM[Bearbeiten]

Um Tabelleninhalte einer relationalen Datenbank zu lesen, verwendet man den SELECT Befehl. Dieser besteht aus mehreren, in ihrer Reihenfolge festgelegten Teilen, auch Klauseln genannt. Jede Klausel beginnt mit einem Schlüsselwort.

Im einfachsten Fall besteht der SELECT Befehl aus einer SELECT- und einer FROM-Klausel:

SELECT *
FROM Student;

Die FROM-Klausel benennt eine oder auch mehrere Tabellen, deren Inhalte gelesen werden sollen. In der SELECT-Klausel wird aufgelistet, welche Spalten dieser Tabellen auszugeben sind. Möchte man alle Spalten haben, schreibt man einfach ein Sternchen hin.

Beachten Sie: In produktiven Systemen sollten Sie (gerade wenn mehrere Tabellen miteinander verknüpft werden) nur die Spalten auslesen, die Sie auch tatsächlich benötigen.

Ergebnis:

MatrNr Name
26120 Fichte
25403 Jonas
27103 Fauler

Abfrage mit Spaltenauswahl[Bearbeiten]

Braucht man nicht alle Spalten, listet man die gewünschten Spalten einzeln, durch Komma getrennt, auf. Diesen Vorgang nennt man Projektion.

SELECT VorlNr, Titel
FROM Vorlesung;

listet die Spalten VorlNr und Titel aller Zeilen der Tabelle Vorlesung auf.

Ergebnis:

VorlNr Titel
5001 ET
5022 IT
5045 DB

AS - Abfrage mit Umbenennung[Bearbeiten]

Das Ergebnis eines SELECT ist wieder eine Tabelle. Die Spaltennamen der Tabelle entsprechen zunächst den Spalten der Tabelle, die man im FROM angegeben hat. Das lässt sich durch Hinzufügen von AS ändern.

SELECT MatrNr AS Matrikelnummer, Name
FROM Student;

Der Befehl liest die Spalten MatrNr und Name der Student-Tabelle. In der Ergebnistabelle heißt die MatrNr-Spalte aber Matrikelnummer.

Ergebnis:

Matrikelnummer Name
26120 Fichte
25403 Jonas
27103 Fauler

WHERE - Abfrage mit Filter[Bearbeiten]

Man kann ein Abfrageergebnis auch auf bestimmte Zeilen eingrenzen. Dazu dient die WHERE-Klausel. Sie listet die Bedingungen auf, die die gewünschten Zeilen erfüllen sollen. Sie folgt auf die FROM-Klausel. Der Fachbegriff für diese Eingrenzung ist Selektion.

Die Bedingungen, die hinter WHERE angeführt werden können, bestehen wie in Programmiersprachen aus Operanden und Operatoren. Operanden können Spaltennamen sein oder konstante Werte. Einer der Operatoren ist =, der zu einem logischen WAHR ausgewertet wird, wenn seine Operanden gleich sind:

SELECT VorlNr, Titel
FROM Vorlesung
WHERE Titel = 'ET';

listet VorlNr und Titel aller derjenigen Zeilen der Tabelle Vorlesung auf, deren Titel 'ET' ist.

Es hängt von den Einstellungen der Datenbank ab, ob der = Operator Groß- und Kleinschreibung beim Vergleich beachtet. Es ist aber auf jeden Fall so, dass Leerstellen am Ende einer Zeichenkette ignoriert werden.

Die solchermaßen strukturierte, häufig verwendete Anweisung wird nach den Anfangsbuchstaben auch als „SFW-Block“ bezeichnet.

Ergebnis:

VorlNr Titel
5001 ET
Beachten Sie: SQL-Queries werden gerne einzeilig geschrieben. Damit aber die SQL-Fehlermeldung noch hilfreicher wird, kann man (zumindest beim Debugging) mehrere Zeilen benutzen. Dann steht am Ende nicht immer "at line 1", sondern die betreffende Zeile.[1]
// statt einer Zeile...
$query = 'SELECT foo,bar FROM table WHERE answer=42';

// mehrere nutzen
$query = 'SELECT 
    foo,
    bar
    FROM 
    table 
    WHERE 
    answer=42';

LIKE - Abfrage mit Filter nach Inhalt[Bearbeiten]

Ein anderer Operator ist LIKE. Er führt einen Mustervergleich durch, ähnlich der Mustersuche nach Dateinamen mit * und ?.

SELECT Name
FROM Student
WHERE Name LIKE 'F%';

listet die Namen aller Studenten auf, deren Name mit F beginnt (im Beispiel: Fichte und Fauler).

LIKE kann mit verschiedenen Platzhaltern verwendet werden: _ steht für ein einzelnes beliebiges Zeichen, % steht für eine beliebige Zeichenfolge. Manche Datenbanksysteme bieten weitere solche Wildcard-Zeichen an, etwa für Zeichenmengen.

Ergebnis:

Name
Fichte
Fauler
Beachten Sie: Es gibt Datenbanken, deren SQL Dialekt andere Platzhalterzeichen verwendet, beispielsweise Microsoft Access.

ORDER BY - Abfrage mit Filter und Sortierung[Bearbeiten]

Wenn die Ergebnisse einer Abfrage in einer bestimmten Reihenfolge erwartet werden, kann man sie sortieren lassen. Dafür fügt man am Ende des SELECT Befehl die ORDER BY Klausel an. Sie benennt die Spalten, nach deren Inhalt zu sortieren ist. Ohne weitere Angaben erfolgt die Sortierung aufsteigend, durch Hinzufügen des Schlüsselwortes DESC wird diese Spalte absteigend sortiert.

SELECT Vorname, Name, StrasseNr, Plz, Ort
FROM Student
WHERE Plz = '20095'
ORDER BY Name, Vorname DESC

listet Vorname, Name, StrasseNr, Plz und Ort aller Studenten aus dem angegebenen Postleitzahlbereich sortiert nach Name auf. Studenten mit gleichem Nachnamen werden absteigend nach Vorname sortiert.

Abfrage mit verknüpften Tabellen[Bearbeiten]

Oft müssen Inhalte mehrerer Tabellen verknüpft werden. Der Fachbegriff hierfür ist Join. Dafür listet man alle benötigten Tabellen in der FROM-Klausel auf.

SELECT Vorlesung.VorlNr, Vorlesung.Titel, Professor.PersNr, Professor.Name
FROM Professor, Vorlesung
WHERE Professor.PersNr = Vorlesung.PersNr;

Sie können sich den Ablauf so vorstellen, dass die Datenbank nun alle möglichen Kombinationen von Professoren und Vorlesungen bildet, ein so genanntes kartesisches Produkt. Bei 10 Professoren und 20 Vorlesungen wären das 200 mögliche Kombinationen. In den meisten Fällen ist das nicht gewünscht - man möchte z.B. nur die Kombinationen haben, wo die Vorlesung vom Professor gehalten wird. Dafür grenzt man die Kombinationen entsprechend ein. Dies kann in der WHERE-Klausel erfolgen, einen anderen Weg ist der Tabellen-Operator JOIN mit der ON Bedingung.

SELECT Vorlesung.VorlNr, Vorlesung.Titel, Professor.PersNr, Professor.Name
FROM Professor INNER JOIN Vorlesung
     ON Professor.PersNr = Vorlesung.PersNr;

Vorsicht: Nicht alle Datenbankmanagementsysteme kennen den JOIN-Operator.

Das Schlüsselwort INNER gibt an, dass nur die Zeilen aus Professor- und Vorlesung-Tabelle Verwendung finden sollen, für die die Join-Bedingung erfüllbar ist. Ein Professor, der keine Vorlesung hält, oder eine Vorlesung mit einer in Professor unbekannten PersId würden also nicht aufgelistet werden. So etwas wäre ein äußerer Verbund (outer join), auf den das Kapitel über JOINs eingeht.

Die im Beispiel verwendeten Tabellen Professor und Vorlesung haben ein gemeinsames Attribut: PersNr. Der JOIN liefert die Kombinationen, wo Professor-Zeile und Vorlesung-Zeile in diesem Attribut übereinstimmen. Das nennt man einen natürlichen inneren Verbund (natural inner join). Manche DBMS, wie z.B. MySQL, unterstützen das durch das Schlüsselwort NATURAL

Was das Beispiel auch zeigt, ist der Umgang mit mehrdeutigen Namen. Die Professor- und Vorlesung-Tabelle enthalten beide eine Spalte mit dem Namen PersNr. Würde man ON PersNr = PersNr schreiben, wüsste das DBMS nicht, was gemeint ist. Um das aufzulösen, kann man eine Spalte den Namen der Tabelle voranstellen, in der sie zu finden ist.

Tabellen können nicht nur über Schlüsselfelder, sondern über beliebige Felder miteinander verknüpft werden, wie das folgende, fachlich unsinnige Beispiel zeigt:

SELECT Vorlesung.Titel, Professor.Name
FROM Professor, Vorlesung
WHERE Professor.Name <> Vorlesung.Titel

Der Operator <> bedeutet "ungleich". Die Abfrage findet Kombinationen von Professor und Vorlesung, bei denen der Name des Professors nicht mit dem Titel der Vorlesung übereinstimmt. Prof. Shangri La mit ihrer Vorlesung über Lineare Algebra (Titel: LA) würde nicht ausgegeben.

Ergebnis:

Titel Name
ET Tesla
ET Wirth
ET Urlauber
IT Tesla
IT Wirth
IT Urlauber
DB Tesla
DB Wirth
DB Urlauber

COUNT & Co - Aggregat-Funktionen[Bearbeiten]

Eine häufige Aufgabe beim Abfragen umfangreicher Datenbestände ist ihre Verdichtung. Man möchte zählen, summieren, Durchschnitte bilden, oder Minima und Maxima finden. SQL unterstützt standardmäßig genau diese fünf Operationen durch die sogenannten Aggregatfunktionen COUNT, SUM, AVG, MIN und MAX. Werden diese Funktionen in einer einfachen SFW-Abfrage eingesetzt, ist das Ergebnis genau eine einzige Zeile. Es ist sinnvoll, die Aggregatfunktionen mit AS zu kombinieren, um den Namen der Ergebnisspalte festzulegen.

SELECT COUNT(*) AS Anzahl, MAX(Name) AS MaxName FROM Professor

Ergebnis:

Anzahl MaxName
3 Wirth

Das Beispiel soll alle Sätze zählen, darum wird der COUNT-Funktion ein Stern als Argument übergeben. Durch Angabe eines Spaltennamens würden alle Zeilen gezählt, in denen diese Spalte nicht den speziellen Wert NULL enthält.

GROUP BY - Bilden von Teilmengen[Bearbeiten]

Nicht immer will man alle Sätze aggregieren. Man kann auch Teilmengen bilden. Betrachten wir ein etwas umfangreicheres Beispiel:

Student
MatrNr Name PLZ StudGang
26120 Schmitz 50933 E-Technik
21391 Meyer 50933 Physik
25403 Jonas 10365 Physik
14983 Eifrig 10365 Mathematik
27103 Fauler 80769 E-Technik

Mit der Abfrage

SELECT StudGang AS Studiengang, COUNT(*) AS Anzahl
FROM Student
GROUP BY StudGang
ORDER BY StudGang

werden die ermittelten Zeilen nach Studiengang gruppiert und die Anzahl gebildet

Ergebnis:

Studiengang Anzahl
E-Technik 2
Mathematik 1
Physik 2

Ohne Angabe einer ORDER BY Klausel ist die Reihenfolge der Sätze nicht definiert. Das Ergebnis kann aufsteigend nach den Gruppierspalten sortiert sein, aber das ist ohne ORDER BY nicht gewährleistet.

Beachten Sie: Werden Aggregatfunktionen verwendet, dann dürfen in der SELECT Klausel nur solche Spalten ohne Aggregatfunktion stehen, die unter GROUP BY angegeben sind. Viele Datenbanksysteme geben einen Fehler aus, wenn man sich nicht daran hält. MySQL ist eine Ausnahme, es erlaubt auch die Angabe von Spalten ohne Aggregatfunktion, die nicht unter GROUP BY aufgeführt sind. Ausgegeben wird dann aber irgendein Wert dieser Spalte der für diese Gruppe ausgewählten Zeilen.

DISTINCT - Abfrage mit eindeutigen Werten[Bearbeiten]

Eine Sonderform der Gruppierung ist das Reduzieren einer Ergebnismenge auf eindeutige Werte. Wenn man aus der im vorigen Abschnitt gezeigten, erweiterten Student-Tabelle eine Liste der belegten Studiengänge ermitteln möchte, dann ist

SELECT StudGang FROM Student

falsch - man möchte ja E-Technik und Physik nur einmal ausgeben. Man kann es mit GROUP BY lösen:

SELECT StudGang
FROM Student
GROUP BY StudGang

Aber weil das eine recht häufige Aufgabe ist, gibt es dafür das Schlüsselwort DISTINCT in der SELECT Klausel:

SELECT DISTINCT StudGang FROM Student

DISTINCT bezieht sich nicht auf eine Spalte, sondern auf die komplette Ergebniszeile. Listet man mehrere Spalten auf, werden nur die Zeilen zusammengefasst, bei denen alle Spaltenwerte gleich sind.

DISTINCT lässt sich auch in der Aggregatfunktion COUNT einsetzen:

SELECT COUNT(StudGang), COUNT(DISTINCT StudGang) FROM Student

ermittelt zwei Werte: Die Anzahl der Studenten, für die StudGang nicht NULL ist (ohne DISTINCT) und die Anzahl von unterschiedlicher Studiengängen, die von den Studenten belegt wurden (mit DISTINCT).

HAVING - Filtern von aggregierten Werten[Bearbeiten]

Wenn man die GROUP BY Klausel einsetzt, kann die Aufgabe entstehen, dass man nur die Gruppen sehen möchte, für die ein aggregiertes Ergebnis bestimmte Bedingungen erfüllt. Beispielsweise möchte man alle Studiengänge finden, für die die Menge der eingeschriebenen Studenten eine Mindestmenge unterschreitet. Eine Abfrage, die die Anzahl der Studenten pro Studiengang findet, wurde bereits weiter oben gezeigt. Eine Filterung des COUNT-Ergebnisses mittels WHERE ist aber nicht möglich, weil die WHERE-Filterung vor der Gruppierung stattfindet. Dafür gibt es eine eigene Klausel: HAVING.

SELECT StudGang AS Studiengang, COUNT(*) AS Anzahl
FROM Student
GROUP BY StudGang
HAVING COUNT(*) < 2
ORDER BY StudGang

In der HAVING Klausel muss die zu filternde Spalte genauso spezifiziert werden wie in der SELECT Klausel. Der mit AS angegebene Aliasname für diese Spalte kann im Allgemeinen nicht verwendet werden. MySQL ist hier wieder die Ausnahme, dort wäre HAVING Anzahl < 2 zulässig.

Ergebnis:

Studiengang Anzahl
Mathematik 1

Für Mathe ist wohl etwas mehr Werbung nötig.

Zusammenfassung[Bearbeiten]

Zusammengefasst sind die wichtigsten Elemente einer SQL-SELECT-Abfrage wie folgt anzugeben:

SELECT [DISTINCT] Auswahlliste [AS Spaltenalias]
FROM Quelle [ [AS] Tabellenalias]
[WHERE Where-Klausel]
[GROUP BY (Group-by-Attribut)+]
[HAVING Having-Klausel]
[ORDER BY (Sortierungsattribut [ASC|DESC])+];

Erläuterung:

  • DISTINCT gibt an, dass aus der Ergebnisrelation gleiche Ergebnistupel entfernt werden sollen. Es wird also jeder Datensatz nur einmal ausgegeben, auch wenn er mehrfach in der Tabelle vorkommt. Sonst liefert SQL eine Multimenge zurück.
  • Auswahlliste bestimmt, welche Spalten der Quelle auszugeben sind ( * für alle) und ob Aggregatfunktionen anzuwenden sind. Wie bei allen anderen Aufzählungen werden die einzelnen Elemente mit Komma voneinander getrennt.
  • Quelle gibt an, wo die Daten herkommen. Es können Relationen und Sichten angegeben werden und miteinander als kartesisches Produkt oder als Verbund (JOIN, ab SQL-92) verknüpft werden. Mit der zusätzlichen Angabe eines Namens können Tupelvariablen besetzt werden, also Relationen für die Abfrage umbenannt werden).
  • Where-Klausel bestimmt Bedingungen, auch Filter genannt, unter denen die Daten ausgegeben werden sollen. In SQL ist hier auch die Angabe von Unterabfragen möglich, so dass SQL streng relational vollständig wird.
  • Group-by-Attribut legt fest, ob unterschiedliche Werte als einzelne Zeilen ausgegeben werden sollen (GROUP BY = Gruppierung) oder aber die Feldwerte der Zeilen durch Aggregationen wie Addition (SUM), Durchschnitt (AVG), Minimum (MIN), Maximum (MAX) zu einem Ergebniswert zusammengefasst werden, der sich auf die Gruppierung bezieht.
  • Having-Klausel ist wie die Where-Klausel, nur dass sich die angegebene Bedingung auf das Ergebnis einer Aggregationsfunktion bezieht, zum Beispiel HAVING SUM (Betrag) > 0.
  • Sortierungsattribut: nach ORDER BY werden Attribute angegeben, nach denen sortiert werden soll. Die Standardvoreinstellung ist ASC, das bedeutet aufsteigende Sortierung, DESC ist absteigende Sortierung.

Mengenoperatoren können auf mehrere SELECT-Abfragen angewandt werden, die gleich viele Attribute haben und bei denen die Datentypen der Attribute übereinstimmen:

  • UNION vereinigt die Ergebnismengen. In einigen Implementierungen werden mehrfach vorkommende Ergebnistupel wie bei DISTINCT entfernt, ohne dass „UNION DISTINCT“ geschrieben werden muss bzw. darf.
  • UNION ALL vereinigt die Ergebnismengen. Mehrfach vorkommende Ergebnistupel bleiben erhalten. Einige Implementierungen interpretieren aber „UNION“ wie „UNION ALL“ und verstehen das „ALL“ möglicherweise nicht und geben eine Fehlermeldung aus.
  • EXCEPT liefert die Tupel, die in einer ersten, jedoch nicht in einer zweiten Ergebnismenge enthalten sind. Mehrfach vorkommende Ergebnistupel werden entfernt.
  • MINUS ist ein analoger Operator wie EXCEPT, der von manchen SQL-Dialekten alternativ benutzt wird.
  • INTERSECT liefert die Schnittmenge zweier Ergebnismengen. Mehrfach vorkommende Ergebnistupel werden entfernt.

Datensätze hinzufügen und ändern[Bearbeiten]

INSERT INTO[Bearbeiten]

Mit INSERT können Sie neue Datensätze hinzufügen:

INSERT INTO <Tabellenname>(<Spaltenname> [, weitere Spaltennamen])
VALUES (<Wert für die erste Spalte> [, weitere Werte])

Hinter VALUES werden alle einzufügenden Werte der Reihe nach aufgelistet. Es wird genau eine neue Zeile erzeugt.

INSERT INTO Professor (PersNr, Name) 
VALUES (21, 'Hastig')

Einfügen mehrerer Zeilen:

INSERT INTO <Tabellenname>(<Spaltenname> [, weitere Spaltennamen])

	SELECT <Spalte-1> [, weitere Ausgaben]
	[FROM ...]
	[WHERE ...]
	[GROUP BY ...]
	[HAVING ...]

UPDATE[Bearbeiten]

Mit UPDATE können Sie Werte innerhalb eines vorhandenen Datensatzes aktualisieren.

UPDATE tabellen_name 
SET tabellen_spalte = wert1 
WHERE tabellen_spalte = wert2
Beachten Sie, dass ohne Angabe eines WHERE-Blocks alle Datensätze geändert werden.

DELETE[Bearbeiten]

Mit DELETE können Sie Werte innerhalb eines vorhandenen Datensatzes löschen.

DELETE FROM tabellen_name 
WHERE spalten_name = wert
Beachten Sie, dass ohne Angabe eines WHERE-Blocks alle Datensätze gelöscht werden.

Tabellen erzeugen[Bearbeiten]

In den vorhergehenden Kapiteln wurden bestehende Datenbanken ausgelesen und erweitert. Die Datenbanktabellen können mit Programmen wie phpMyAdmin oder auch mit SQL selbst angelegt werden.

Achtung!

Das Löschen, aber auch das Anlegen von Tabellen kann (durch Überschreiben bestehender Tabellen) zu Datenverlust führen.

Legen Sie regelmäßig Backups an!

CREATE[Bearbeiten]

CREATE TABLE tabellennamen
(
   Spaltenname1 datentyp1 [feldeinschränkung]
   Spaltenname2 datentyp2 [feldeinschränkung]
   [...]
);

http://www.sql-lernen.de/create-table.php


Urheberrechtlicher Hinweis

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Quellen[Bearbeiten]

  1. SELF-Forum: SQL Abfrage: wo liegt mein Fehler Henman von 19.11.2015


Siehe auch[Bearbeiten]

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