Grundlagen/Entstehung des Internet

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Diese Chronik beschreibt die Entwicklung des Internets allgemein. Unter HTML/Tutorials/Layoutkonzepte können Sie verfolgen, wie sich die Vorstellungen von Webdesign verändert haben. Die Entstehung und Entwicklung von HTML beschreibt die Veränderung der Auszeichnungssprache HTML.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Die 60er - Das ARPA-Net

Die Ursprünge des heutigen Internet reichen in die 60er Jahre zurück. Es war die Zeit des Kalten Krieges zwischen den beiden Weltmächten USA und UdSSR. Neue Impulse in der elektronischen Datenverarbeitung (EDV) kamen in jener Zeit hauptsächlich durch militärische Initiativen zustande. Mittlerweile gibt es im Internet Proteste gegen die Auffassung, militärische Interessen hätten das Internet geboren. Das ist insofern berechtigt, als dass es keine unmittelbaren Ursachen-Wirkungs-Verhältnisse gibt. Doch die technologischen Ideen und Entwicklungen der Vorläufernetze kamen definitiv aus dem militärnahen Umfeld in den USA, und es ist deshalb auch nicht verkehrt, das so darzustellen.

Im Department of Defense, dem amerikanischen Verteidigungsministerium, wurde seit den frühen 60er Jahren überlegt, wie man wichtige militärische Daten besser schützen könnte. Selbst bei einem atomaren Angriff des Gegners sollten die Daten nicht zerstört werden können. Als Lösung kam nur ein elektronisches Datennetz in Frage. Die gleichen Daten sollten dabei auf mehreren, weit entfernten Rechnern abgelegt werden. Bei neuen oder geänderten Daten sollten sich alle angeschlossenen Rechner binnen kürzester Zeit den aktuellen Datenstand zusenden. Jeder Rechner sollte dabei über mehrere Wege mit jedem anderen Rechner kommunizieren können. So würde das Netz auch dann funktionieren, wenn ein einzelner Rechner oder eine bestimmte Leitung durch einen Angriff zerstört würde. So gab die US Air Force 1964 bei der RAND Corporation das so genannte "dezentrale Netzwerk" in Auftrag. Bei dem, was da entwickelt werden sollte, handelt es sich noch nicht um den direkten Vorläufer des heutigen Internet. Nach vielem Hin und Her scheiterte dieses Projekt auch und wurde nie realisiert. Die Idee des "dezentralen Netzwerks" mit der paketweisen Datenübertragung blieb jedoch in den Köpfen hängen.

Die Advanced Research Projects Agency (ARPA), eine seit 1958 bestehende wissenschaftliche Einrichtung, deren Forschungsergebnisse in militärische Zwecke einflossen, entschloss sich 1966 zur Vernetzung der ARPA-eigenen Großrechner. Dabei wurde die Idee des "dezentralen Netzwerks" wieder aufgegriffen. Ende 1969 waren die ersten vier Rechner an das ARPA-Net angeschlossen. Drei Jahre später waren es bereits 40 Rechner. In dieser Zeit war es jedoch das ARPA-eigene Netz. In den ersten Jahren wurde das Netz deshalb auch ARPA-Net genannt. Aus ihm sollte später das Internet entwachsen.

Die Geschichte des Internet beginnt also in der Zeit der ersten Mondlandung und in jener Zeit, als die Hippies das Zeitalter des Wassermanns heraufziehen sahen.

Informationen zum ARPA-Net im WWW:

[Bearbeiten] Die 70er - Wissenschaftliche Einrichtungen

Das Prinzip der vernetzten Rechner war aber nicht nur für militärische Zwecke interessant. Man erkannte schnell, dass auch der akademische Betrieb vom ARPA-Net profitieren würde. Für Wissenschaftler war allerdings weniger das Synchronisieren von gleichen Daten auf mehreren Rechnern interessant, sondern eher die Möglichkeit, Daten von einem anderen Rechner abzurufen. Wegen der offenen Architektur des ARPA-Net stand einer solchen Verwendung nichts im Wege. Wissenschaftler konnten von den frühen 70er Jahren an Forschungsergebnisse anderer Institute über das ARPA-Net abrufen oder anderen angeschlossenen Instituten eigene Daten zur Verfügung stellen.

Die Anzahl der angeschlossenen Rechner stieg an. Es handelte sich um sehr unterschiedliche Rechnertypen mit nicht kompatiblen Betriebssystemen und unterschiedlichem Netzzugang. Großrechner verschiedener Fabrikate, Unix-Rechner und später auch Personal Computer drängten ins Netz. Einige hatten eine Standleitung, also eine ständige Internet-Verbindung, andere wählten sich über Telefon und Modem ein. Um die unterschiedlichen Voraussetzungen unter einen Hut zu bringen, entstand die Notwendigkeit, ein neues Datenübertragungsprotokoll für das Netz zu entwickeln. Das Protokoll sollte nicht an bestimmte Computersysteme, Übertragungswege oder Übertragungsgeschwindigkeiten gebunden sein. Aus den Bemühungen um ein solches Protokoll ging schließlich das TCP/IP-Protokoll hervor. Datenübertragungen im ARPA-Net liefen nach Einführung von TCP/IP nach einem einheitlichen und standardisierten Schema ab.

[Bearbeiten] Das Usenet als virtuelle Pinnwand

Zu den wissenschaftlichen Einrichtungen gehörten natürlich auch Studenten. Die entdeckten das Netz auf ihre Weise. Eine Art "black board" war ihr Wunsch, ein Nachrichtenbrett wie in Universitäten üblich, für Mitfahrgelegenheiten, Jobs, Wohnmöglichkeiten, Reisepartner oder die Möglichkeit, einfach nur zu diskutieren und zu labern. So entstand das Usenet, die Hauptader der heutigen Newsgroups. Viele eingefleischte "Internetter" halten die Newsgroups auch heute noch für den spannendsten und lebendigsten Teil des Internet.

[Bearbeiten] Die 80er - Das "Internet"

Der Anschluss der akademischen Welt ans Netz erforderte eine Trennung zwischen militärischem und zivilem Teil, da die Militärs ihre eigenen Interessen wahren wollten. So kam es, dass Anfang der 80er Jahre ein neues militärisches Datennetz, das Milnet, vom ARPA-Net abgekoppelt wurde. Das ARPA-Net selbst wurde dem wissenschaftlichen Betrieb überlassen.

In diesem zivilen Teil des Netzes nahm die Anzahl der angeschlossenen Rechner im Laufe der 80er Jahre sprunghaft zu. Eine wichtige Rolle spielte dabei die amerikanische National Science Foundation (NSF). Diese Organisation schaffte ein Leitungs-Verbundsystem, das alle bedeutenden wissenschaftlichen Rechenzentren des Landes miteinander verband. Einzelne Universitätsrechner oder kleinere Rechnernetze konnten sich mit einem Rechenzentrum verbinden und darüber in andere Netze gelangen. So entstand buchstäblich ein Netz der Netze. Alsbald bürgerte sich denn auch der Name "Internet" dafür ein. Die Bezeichnung "ARPA-Net" wurde Ende der 80er Jahre verworfen. Das Leitungs-Verbundsystem, über das die kleineren Einzelnetze zu einem Gesamtnetz wurden, erhielt die treffende Bezeichnung Backbone (Rückgrat).

In Europa gab es zeitgleich ähnliche Entwicklungen. Auf dem alten Kontinent setzte man jedoch zunächst auf ISO-Normen. Von dem amerikanischen TCP/IP-Modell, das nicht ISO-normiert war, wollte man deshalb nichts wissen. 1986 wurde die Organisation RARE (Réseaux Associés pour la Recherche Européenne) gegründet. Diese Organisation sollte alle Initiativen zur systemübergreifenden Rechnervernetzung europaweit koordinieren. RARE rief dazu ein Projekt namens COSINE (Cooperation for an Open Systems Interconnection Networking in Europe) ins Leben.

Der Siegeszug des TCP/IP-Protokolls war jedoch nicht mehr aufzuhalten. Unter dem Druck des Erfolgs in Amerika entstand schließlich ein europäisches Datennetz, das multiprotokollfähig war und unter anderem TCP/IP unterstützte. Dieses Netz lief zunächst unter der Bezeichnung EuropaNET. Verschiedene nationale wissenschaftliche Netzwerke, etwa das Deutsche Forschungsnetz (DFN), wurden daran angeschlossen.

Mittlerweile sorgt eine transatlantische Leitung für die Anbindung Europas an den Backbone in den USA. Die Koordination des Internet-Verkehrs innerhalb Europas wurde der Organisation RIPE (Réseaux IP Européens) übertragen. Auch in Europa gibt es seit 1992 ein Leitungs-Verbundsystem: dieses System nennt sich Ebone (Europäischer Internet-Backbone) (welches aufgrund der Pleite des neuen Besitzers im Jahre 2002 den Betrieb einstellen musste). Auf anderen Kontinenten gab und gibt es vergleichbare Entwicklungen.

Was wir also heute unter "Internet" verstehen, ist nicht ein einziges homogenes Netz, sondern ein Verbund aus vielen kleinen, territorial oder organisatorisch begrenzten Netzen. Diese Netze besitzen eine Anbindung an die Backbones und damit an das Gesamtnetz. Auch kommerzielle Internet-Provider hängen an entsprechenden Netzen. Und Endanwender, die ihren Internet-Zugang in Form einer Verbindung zu einem solchen Provider haben, können über diese Brücke das gesamte Internet nutzen.

Ein paar Adressen im WWW zu diesen Themen:

[Bearbeiten] 1993 - Das World Wide Web (WWW)

Tim Berners-Lee

Der gebürtige Brite Tim Berners-Lee, in den 80er und bis in die 90er Jahren Informatiker am Genfer Forschungszentrum für Teilchenphysik CERN, beschreibt in seinem Buch "Weaving the Web", wie er dort am CERN in den 80er Jahren ein selbstgeschriebenes Programm als Produktivitäts-Tool nutzte. Das Programm, von Berners-Lee in Pascal geschrieben, lief auf einem Computersystem mit dem Betriebssystem "Norsk Data SYNTRAN III". Die 8-Zoll-Diskette, auf der die Sourcen gespeichert waren, ging irgendwann verloren.

Mit heutiger Software hatte das Tool sicher noch nicht viel zu tun. Grafische Oberflächen gab es nicht, kommandozeilenorientierte Systeme dominierten, und grüne Schrift auf schwarzem Grund beherrschte die Bildschirme. Auf einem solchen System also hatte Tim Berners-Lee sein Pascal-Programm zum Laufen gebracht. Er nannte das Programm Enquire, was auf Deutsch so viel bedeutet wie "sich erkundigen".

"Enquire" war ein Hypertext-Programm. Man konnte Textdateien editieren, die - vermutlich durch irgendwelche Steuerzeichenfolgen markiert - in "nodes" (Knoten) unterteilt waren. Ein Knoten konnte alles sein, was so an Daten anfiel - Adressen, Gesprächsnotizen, spontane Ideen, Erlebnisse, Arbeitsergebnisse. Zu jedem Knoten gab es eine zugehörige Liste mit Links zu anderen Knoten. Man konnte auf jegliche Art von Querbeziehung linken, die man kannte oder fand. Links auf Ziele innerhalb einer Datei wurden vom Enquire-Programm automatisch bidirektional dargestellt - das heißt, auch wenn der Link nur von A nach B gesetzt war, fand man bei B in der Liste den Rückverweis auf A.

Ende 1988 entschloss sich Berners-Lee, aus der Weiterentwicklung von "Enquire" ein Computer-übergreifendes System zu entwickeln. Für CERN sollte er zu diesem Zweck einen entsprechenden Projektvorschlag einreichen und darin sein Vorhaben detailliert beschreiben. Das war die Zeit, als Berners-Lee mit verschiedenen Fachleuten Kontakt aufnahm, um technische Wege der Realisierung seiner Ideen zu finden. Ben Segal, ein Kollege von Berners-Lee, der sich mit den Grundlagen des Internet auskannte, überzeugte den Hypertext-Entwickler von den einzigartigen Möglichkeiten des Netzes der Netze. 1989 reichte er seinen Vorschlag bei CERN ein. Es vergingen jedoch viele Monate, und Berners-Lee erhielt keine Reaktion auf den Vorschlag. Robert Cailliau, ein alter Bekannter, ließ sich von den Ideen des Briten begeistern und setzte sich fortan für die Forcierung des Projekts am CERN ein. In dieser Zeit - es war das Jahr 1990 - erhielt das Projekt auch seinen endgültigen Namen: World Wide Web. Im Herbst des Jahres 1990 schrieb Berners-Lee eigenhändig die ersten Versionen der drei Säulen seines Konzepts:

  1. die Spezifikation für die Kommunikation zwischen Web-Clients und Web-Servern - das so genannte HTTP-Protokoll (HTTP = Hypertext Transfer Protocol)
  2. die Spezifikation für die Adressierung beliebiger Dateien und Datenquellen im Web und im übrigen Internet - das Schema der sogenannten URIs (URI = Universal Resource Identifier, universeller Quellenbezeichner).
  3. die Spezifikation einer Auszeichnungssprache für Web-Dokumente, der Berners-Lee den Namen HTML gab (HTML = Hypertext Markup Language, Hypertext Auszeichnungssprache).

Berners-Lee schrieb auch die erste Web-Server-Software. Der Rechner, auf dem diese Software installiert wurde, war unter dem Namen info.cern.ch erreichbar. Dort stellte Berners-Lee an Weihnachten 1990 die ersten, in HTML geschriebenen Web-Seiten der Welt zur Verfügung. Seine Ideen wichen dabei ursprünglich durchaus von dem ab, was schließlich aus dem Web wurde. So setzte sich Berners-Lee immer dafür ein, Web-Seiten online editierbar zu machen, sodass Web-Seiten-Besucher Texte fortschreiben konnten, sofern der Anbieter entsprechende öffentliche Schreibrechte für die Dateien vergab. Doch die Web-Browser, die sich schließlich durchsetzten, waren reine Lese-Software.

Das Web entwickelte sich zunächst nicht unbedingt von allein. Berners-Lee und seine Projektmitstreiter waren unermüdlich bei der Arbeit, das Web bekannt zu machen und zu etablieren. Auf einer internationalen Hypertext-Konferenz im Jahre 1991 stellten sie das Projekt vor. Kontakte zu Programmierern für verschiedene Systeme entstanden, und nur so entstanden die ersten Web-Browser. Denn erst die Verfügbarkeit solcher Browser ermöglichte es anderen Menschen mit Internet-Zugang, Web-Seiten aufzurufen. Nicola Pellow, eine junge Mitarbeiterin und Mathematikerin am CERN, schrieb den ersten einigermaßen benutzbaren textmodus-orientierten Browser. 1992 entstanden auch die ersten Browser für grafische Benutzeroberflächen, mit den Namen Erwise und Viola. Gleichzeitig stieg die Zahl von Web-Servern, über die Web-Seiten angeboten wurden. Zunächst waren es vor allem wissenschaftliche Institutionen.

[Bearbeiten] 1994 - Marc Andreessen, Netscape und der Boom


Für programmierende Studenten wurde es zunehmend zu einer interessanten Herausforderung, Browser fürs Web zu schreiben. Besonders hervor tat sich dabei ein junger Mann namens Marc Andreessen. Er entwickelte einen Web-Browser für grafische Benutzeroberflächen namens Mosaic. Tim Berners-Lee, der Marc Andreessen auch selber kennenlernte, beschreibt ihn als jemanden, der nicht mehr wie alle Browser-Entwickler vor ihm eine Software fürs Web entwickeln wollte, sondern als jemanden, der mit dem Anspruch auftrat, das Web überhaupt erst verfügbar zu machen - eben mit seinem Browser.

Andreessen und seine angeheuerten Mit-Programmierer hatten mit den philosophischen Ideen von Berners-Lee nicht sehr viel am Hut. Sie dachten von Beginn an in kommerziellen Kategorien. Bei der Entwicklung des Mosaic-Browsers erfanden die Programmierer nach ihrem Belieben neue Features, die sie in den Web-Browser implementierten, ohne dass diese Features standardisiert waren. Aber auch wenn Berners-Lee durch die Zeilen seines Buches deutlich durchscheinen lässt, wie wenig er von Andreessen hielt - durch den Mosaic-Browser kam die Lawine Web erst richtig ins Rollen. Das Mosaic-Projekt war dem ehrgeizigen Marc Andreessen jedoch alsbald zu klein geworden. Er wollte mehr, er wollte einen Browser, der die Welt erobert. Andreessen stieg schließlich aus dem Mosaic-Projekt aus und wurde Mitbegründer einer neuen Firma für Web-Software: Netscape. Wer heute den "guten" Netscape-Browser gegen den "bösen" Microsoft-Browser verteidigt, weiß also meistens gar nicht, dass Netscape in den Anfangszeiten genauso unverblümte Markteroberungs- und Monopolgelüste hatte wie Microsoft.

Das Konzept von Netscape ging zunächst auch voll auf. Eine völlig neue Zunft entstand: die Web-Designer. Träumend saßen sie in den Jahren 1995 und 1996 vor ihren ersten Web-Seiten, die dank Netscape bunte Hintergrund- und Schriftfarben, Hintergrundtapeten, Tabellenlayouts, mehrgeteilte Bildschirmfenster (Frames) und Multimedia-Plugins enthalten konnten. Zigtausende von Privatanwendern begannen, eigene Homepages zu erstellen. (Woran im deutschsprachigen Bereich SELFHTML möglicherweise nicht ganz unschuldig ist.) Nach und nach drängten alle Firmen, Organisationen, Regierungen und Behörden mit eigenen Angeboten ins Web - weltweit. Die Wachstumsraten glichen einer Explosion. Es war aber auch die Stunde jener Marketing-Strategen, die am liebsten aus der ganzen Welt eine Plakatwand machen würden. Mit Feuereifer und Finanzen stürzten sie sich auf das neue, aufstrebende Medium, ohne den geringsten Schimmer einer Ahnung von dessen wahrem Wesen zu haben. Kein Wunder, dass viele Versuche, die Sahnetorte Web aufzurollen, kläglich scheiterten und schließlich wieder für Katerstimmung am Werbemarkt und an der Börse sorgten.

[Bearbeiten] Die 90er - Die Browserkriege

In den Jahren 1995 und 1996 erreichte der Netscape-Browser unter den Web-Benutzern zeitweise einen Marktanteil von 90%. Der Microsoft-Konzern schlief zunächst noch den Schlaf der Seligen und fraß sich an den Umsatzzahlen seiner Betriebssysteme MS DOS und MS Windows und der Textverarbeitung MS Word satt. Mitte der 90er Jahre, als der Online-Boom allmählich breitere Schichten der Bevölkerung der westlichen Länder erreichte, setzte man bei Microsoft zunächst auf einen eigenen, proprietären Online-Dienst namens MSN. Vom Internet und dem Web behauptete Bill Gates, das sei nichts für Microsoft. Als man jedoch sah, wie Netscape binnen weniger Monate die EDV-Landschaft veränderte, wie die Firma Netscape an der Börse einen bis dahin noch nie dagewesenen Traumstart hinlegte und die Implementierungen des Netscape-Browsers sich vermehrten wie ein Computer-Virus, da begann man plötzlich hastig zu reagieren. Mit einem gewaltigen Aufwand an Manpower wurde Versäumtes aufgeholt. Innerhalb von etwas mehr als einem Jahr erschienen die ersten vier Versionen des Internet Explorers, wobei Microsoft im Frühjahr 1997 mit der 4er-Version ein ähnlicher technologischer Durchbruch gelang wie Netscape mit den 1995 erschienenen Versionen 1.1 und 2.0 seines Browsers.

Microsoft war alles andere als zimperlich, was den Kampf gegen Netscape betraf. So erklärte man den eigenen Browser einfach als Teil des Betriebssystems MS Windows und sorgte über diesen vorhandenen Vertriebskanal für die gewaltige Verbreitung des Internet Explorers. Nun ist dagegen eigentlich nichts einzuwenden, denn schließlich gehört Internet-Client-Software seit jeher zum Umfang von Betriebssystemen, gerade auch in der Unix-Welt. Die Absichten von Microsoft waren jedoch nur allzu leicht durchschaubar und sorgten in der Internet-Gemeinde für eine Welle des Hasses gegen den Konzern aus Redmond.

Andererseits wurde der Netscape Navigator nach 1998 nur langsam weiterentwickelt und hatte Schwierigkeiten Stylesheets und Microsofts Java, das vom Standard abwich, zu verarbeiten. So verlor der Browser dauernd Marktanteile. Obwohl es bis zu seiner Einstellung 2005 noch neue Versionen gab, spielte er schon lange keine Rolle mehr.

[Bearbeiten] W3C

Logo W3C

Dies rief nach einer normierenden Behörde, die Standards definieren sollte, um dem inkompatiblen Wildwuchs ein Ende zu setzen. Ende 1994 traf ein erstes Beratungs-Komitee zusammen, um die Grundlagen für eine Institution zu schaffen, die sich um die technischen Grundlagen und Standards im Web kümmern sollte. Das CERN war mit dieser Aufgabe, die nicht seinem eigentlichen Beschäftigungsgegenstand entsprach, einfach überfordert. Im Sommer 1995 traten namhafte Firmen dem W3-Konsortium (W3C) bei. Mitglieder des W3-Konsortiums sind Firmen oder Organisationen, keine Einzelpersonen. Sie unterschreiben einen 3-Jahres-Vertrag und zahlen Mitgliedsbeiträge, aus denen sich das Gremium finanziert. Als Gegenleistung erhalten sie Zugang zu nichtöffentlichen Informationen und können an der Entwicklung der vom W3C betreuten Standards wie HTML, CSS, XML usw. mitwirken.

Die Arbeit des W3-Konsortiums unterteilt sich in so genannte Aktivitäten (Activities). Es gibt mehrere Dutzend solcher Aktivitäten. So gibt es Aktivitäten für HTML, XML, CSS usw. Für jede der Aktivitäten gibt es Arbeitsgruppen (Working Groups) und Interessengruppen (Interest Groups). An speziellen Unternehmen wird außerdem in den sogenannten "Task Forces" gearbeitet, die jeweils mindestens einer - manchmal auch mehreren Arbeitsgruppen - zugeordnet sind. Während die Interessengruppen eher einflussnehmenden Charakter haben, befassen sich die Arbeitsgruppen sowie zugehörige Task Forces mit der eigentlichen Ausarbeitung der Inhalte. Die Arbeitsgruppen des W3-Konsortiums setzen sich meist sowohl aus Mitgliedern als auch Invited Experts zusammen; manche Gruppen sind jedoch ausschließlich Mitgliedern vorbehalten. In den Arbeitsgruppen sitzen also auch viele Vertreter von Software-Herstellern. Das unabhängige Kern-Team des W3-Konsortiums überwacht die Aktivitäten.

Beim Entwickeln von Standards besteht die Ausarbeitung im Erstellen und Publizieren von technischer Referenz-Dokumentation zu dem betreffenden Standard.

Über die Einstiegsseite des W3-Konsortiums (en) können Sie alle Aktivitäten der Organisation mitverfolgen. Mittlerweile gibt es auch ein Deutsches Büro des W3-Konsortiums, das in deutscher Sprache über die Arbeit des W3-Konsortiums berichtet. Für alle, die sich professionell mit Web-Design beschäftigen, sind regelmäßige Besuche auf den Web-Seiten des W3-Konsortiums mittlerweile Pflicht.

[Bearbeiten] 2004 - WHATWG

Das neue Millenium war geprägt von der Dominanz des Internet Explorers, bis dieser, wegen des erfolgsverwöhnten Entwicklungsstillstands, Anteile an neue ambitionierte Browser-Hersteller abtreten musste.

Da der IE als Bestandteil des Betriebssystems Windows kostenlos verbreitet wurde, verloren Konkurrenz-Browser stetig Marktanteile. Der norwegische Browser Opera setzte nun auf freien Download, zeigte dafür bis 2005 aber Werbebanner an.

Die Mozilla Foundation, die das Erbe des Netscape Navigators verwaltetete, verzichtete auf weitere Versionen des Navigators und entwickelte einen auf der Gecko-Renderingengine basierenden Browser, den sie unter dem Namen Firefox 2004 veröffentlichte.

Apple entschloss sich 2003 auf ihren Computern den Internet Explorer durch einen eigenen, auf der KHTML-Engine basierenden Browser zu ersetzen. Ihm wurde der Name Safari gegeben.

Mit diesem Schritt ging es Apple einerseits darum auf ihren Computern die Standards des W3C umsetzen zu können, andererseits neue Features einzuführen. So stellten Entwickler die Canvas 2d API vor, mit der man Grafiken durch JavaScript dynamisch erstellen konnte.

Frustriert vom langsamen Vorgehen des W3C in Bezug auf die Standardisierung und die Ausrichtung auf das XML-basierte XHTML gründeten diese drei Browser-Hersteller 2004 die WHATWG (Web Hypertext Application Technology Working Group), die unter dem Namen HTML 5 neue Standards entwickeln sollte.


[Bearbeiten] Web2.0

Nach dem Platzen der Dot-Com-Blase und der anschließenden Marktbereinigung traten einige Unternehmen mit neuen Geschäftsmodellen auf, die sie als Web2.0 bezeichneten. Während es auch vorher möglich war, sich in Foren und Newsgroups zu äußern, progagierten diese Firmen unter dem Thema user-generated-content ein völlig neues Internet, in dem wirklich jeder ohne HTML-Kenntnisse etwas veröffentlichen konnte. {ToDo|Social Media, }


[Bearbeiten] Das iPhone - die mobile Revolution

Schon in den späten Neunzigern wurde mit speziellen Techniken des WAP versucht, trotz geringer Bandbreiten und kleiner Viewports das Internet auf mobilen Geräten verfügbar zu machen. Smart Phones der Marke BlackBerry nahmen eine Vorrangstellung ein, da sie anstelle eines Ziffernblocks eine alphanumerische, mit den Daumen bedienbare Tastatur in der unteren Hälfte des Geräts vorweisen konnten.

Mit der Vorstellung der ersten iPhones gelang Apple etwas völlig Neues: ein Gerät mit nur einem Knopf, dessen Bildschirm sich über die gesamte Vorderseite des Geräts erstreckte. Die Bedienung erfolgte über Berühren ('touch') und Wischen ('Swipe'), sowie eine virtuelle Tastatur, die nur bei Bedarf (z.B: Focus auf Eingabefeldern) eingeblendet wurde. Man muss nur einmal einen Zweijährigen beim Versuch beobachten, durch Wischen das Programm des (herkömmlichen) Fernsehers zu wechseln, um zu erkennen, welcher Geniestreich hier realisiert wurde.

Das Alleinstellungsmerkmal wurde bald zum must-have jedes Smartphones. Die Fähigkeiten der eingebauten Kamera und Geolocation ließen bald den Absatz von Digitalkameras und Navigationsgeräten, die eben noch als dernier cri galten, einbrechen.

Genauso revolutionär, aber anfangs weniger auffällig war der Anfang vom Ende des freien Internets. Zwar konnte man mit dem iPhone besser denn je im Internet surfen, Apple stellte aber im folgenden Jahr den App Store vor, in dem man Apps (engl. Applications für Programme) kostenlos herunterladen bzw. kaufen konnte. Apple (und Google mit seinem Play-Store) können so eine (Vor-) Auswahl an angebotenen Programmen und Webseiten festlegen, die mit einem Klick und ohne Suche über eine Suchmaschine (deren Ergebnisse ein weiteres Problem sind) erreicht werden können.

[Bearbeiten] Big Data und die Cloud

So bequem es ist, von überall, z.B. auch während des morgendlichen Pendelns in der S-Bahn, Mails zu lesen und zu senden, bzw. evtl. sogar zu arbeiten, erfordert dies doch eine Synchronisation zwischen allen verwendeten Geräten. Web-basierte Applikationen bieten ihren Kunden an Texte, Fotos und Daten nicht auf den jeweiligen Geräten, sondern „im Internet“ zu speichern.

{ToDo|Serverfarmen - Dropbox-Virus}

[To be continued]]

[Bearbeiten] Weblinks

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